Der Mensch ist frei
1842Der Mensch ist frei Er kann sein Teil sich wählen Er kann begeistert sein Er kann die Sterne zählen, Die mit des Lichtes Schein Den ewgen Willen Gottes ihm vermählen, Der Mensch ist frei, Wo herrlich eine Flamme Des Schöpfers glüht, Ob sie vom Schwerte stamme Ob aus dem Ölzweig blüht, Da stürzt der Geist Wie Meerflut aus dem Damme, Und wenn er gleich manch friedlos Werk zerreißt So keimt doch Segen aus der Zorngen Streit Nach ewigen Gesetzen lebt die Zeit. Und wie Gewitterwolken und die Blitze Zur Erde niederschmettern So auch der Krieg. Weh wer mit feigem Witze, Ein Obdach unter Eichen sucht vor Wettern, Die Eiche und der Feige wird getroffen, Was hat der Feige in der Welt zu hoffen Er ist schon tot, er war von jeher tot Und ewig stirbt er, sterben ist sein Leben, Der sich entzieht dem heiligsten Gebet, Dem wird kein Gott, kein Sieg je niederschweben.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Mensch ist frei" von Clemens Brentano thematisiert die Freiheit des Menschen und seine Fähigkeit, seinen eigenen Weg zu wählen. Brentano betont, dass der Mensch die Möglichkeit hat, sich zu inspirieren und die Sterne zu zählen, was auf eine Verbindung zum ewigen Willen Gottes hindeutet. Diese Freiheit wird als eine Flamme des Schöpfers dargestellt, die unabhängig von ihrer Quelle – sei es das Schwert oder der Ölzweig – den Geist beflügelt und zu einem stürmischen Ausbruch führt. Trotz der Zerstörung, die dieser Geist anrichten kann, entsteht Segen aus dem Konflikt, und die Zeit lebt nach ewigen Gesetzen. Brentano vergleicht den Krieg mit Gewittern und Blitzen, die zur Erde niederschlagen. Er warnt davor, sich in feiger Weise unter Eichen oder Feigenbäumen vor den Stürmen des Lebens zu verstecken, da auch diese Bäume vom Blitz getroffen werden. Der Feige, der sich vor dem heiligsten Gebet entzieht, hat in der Welt nichts zu hoffen. Er ist bereits tot und stirbt ewig, da sein Leben ein ständiger Tod ist. Nur wer sich dem Gebet hingibt, kann auf göttliche Hilfe und Sieg hoffen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Tapferkeit und des Glaubens. Brentano ermutigt den Menschen, seine Freiheit zu nutzen, um sich dem Leben und seinen Herausforderungen zu stellen, anstatt sich in Feigheit zurückzuziehen. Nur durch den Glauben und die Hingabe an das Gebet kann der Mensch wahre Freiheit und göttliche Unterstützung erfahren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Stürzt der Geist Wie Meerflut aus dem Damme
- Bildsprache
- Und wenn er gleich manch friedlos Werk zerreißt So keimt doch Segen aus der Zorngen Streit
- Hyperbel
- Der Mensch ist frei, Er kann die Sterne zählen
- Kontrast
- Ob sie vom Schwerte stamme Ob aus dem Ölzweig blüht
- Metapher
- Der Mensch ist frei, Wo herrlich eine Flamme Des Schöpfers glüht
- Metaphorische Frage
- Weh wer mit feigem Witze, Ein Obdach unter Eichen sucht vor Wettern
- Personifikation
- Die mit des Lichtes Schein Den ewgen Willen Gottes ihm vermählen
- Symbol
- Die Eiche und der Feige wird getroffen
- Symbolik
- Ob sie vom Schwerte stamme Ob aus dem Ölzweig blüht
- Vergleich
- Und wie Gewitterwolken und die Blitze Zur Erde niederschmettern So auch der Krieg