Der Mensch ist eine Blume
1719Die Blume blühet und verblüht, Zu ihres Schöpfers Ruhme; Wer heut’ noch ihre Schönheit sieht, Ist morgen schon, wie sie, verblüht: Der Mensch ist eine Blume.
Und wie die Blume wieder blüht, Wenn Gottes Auge nieder Auf sie von seinem Himmel sieht, Und unter ihr die Erde glüht: So blüht der Mensch auch wieder!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Mensch ist eine Blume" von Johann Wilhelm Ludwig Gleim handelt von der Vergänglichkeit des Lebens und der Hoffnung auf Wiedergeburt. Der Vergleich des Menschen mit einer Blume verdeutlicht die vergängliche Natur des menschlichen Daseins. Wie eine Blume erblüht und verwelkt, so erlebt auch der Mensch die Schönheit des Lebens und den unausweichlichen Tod. Die Blume blüht zur Ehre ihres Schöpfers, und der Mensch, der ihre Schönheit heute noch bewundert, ist morgen bereits dahingeschwunden. Diese Vergänglichkeit wird durch den wiederholten Refrain "Der Mensch ist eine Blume" betont. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Hoffnung auf eine Wiedergeburt oder ein neues Leben nach dem Tod angedeutet. Gleim verwendet das Bild der Blume, die unter dem wachsamen Auge Gottes erneut erblüht, wenn sein Blick vom Himmel auf sie fällt und die Erde unter ihr erstrahlt. Dieses Bild wird auf den Menschen übertragen, der ebenfalls wieder erblüht. Die Wiederkehr des Frühlings und das Erblühen der Blumen dienen als Metapher für die Möglichkeit eines neuen Lebens oder einer Auferstehung des Menschen. Das Gedicht verbindet somit die Themen Vergänglichkeit und Hoffnung. Es erinnert den Leser an die vergängliche Natur des Lebens und den unausweichlichen Tod, bietet aber gleichzeitig Trost durch die Aussicht auf eine Wiedergeburt oder ein neues Leben. Die religiöse Komponente, die durch den Bezug auf Gott und sein Auge vom Himmel ausgedrückt wird, verleiht dem Gedicht eine zusätzliche Tiefe und Bedeutungsebene. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Akzeptanz der Vergänglichkeit des Lebens und der Hoffnung auf eine Fortsetzung oder Erneuerung des Daseins.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Gleichnis
- Und wie die Blume wieder blüht, / Wenn Gottes Auge nieder / Auf sie von seinem Himmel sieht, / Und unter ihr die Erde glüht: / So blüht der Mensch auch wieder!
- Metapher
- Der Mensch ist eine Blume
- Parallelismus
- Die Blume blühet und verblüht, / Zu ihres Schöpfers Ruhme; / Wer heut’ noch ihre Schönheit sieht, / Ist morgen schon, wie sie, verblüht: / Der Mensch ist eine Blume.