Der Mensch [3]

Friedrich Hölderlin

1770

Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget, So ist′s, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet, Dass ausgezeichnet sich der Mensch zum Reste neiget, Von der Natur getrennt und unbeneidet.

Als wie allein ist er im andern weiten Leben, Wo rings der Frühling grünt, der Sommer freundlich weilet, Bis dass das Jahr im Herbst hinunter eilet, Und immerdar die Wolken uns umschweben.

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Interpretation

Das Gedicht "Der Mensch" von Friedrich Hölderlin beschreibt die einzigartige Position des Menschen in der Natur. Der Mensch lebt aus sich heraus und unterscheidet sich von seiner Umwelt, ähnlich wie ein Tag sich von anderen Tagen unterscheidet. Er neigt dazu, sich von der Natur abzugrenzen und ist dabei unbeneidet. Diese Abgrenzung macht ihn einsam und allein, wie der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht. Der Mensch steht im Kontrast zur üppigen Natur, die von Frühling über Sommer bis Herbst vergeht. Während die Natur in einem ewigen Kreislauf gefangen ist, ist der Mensch frei und doch einsam. Die Wolken, die uns umgeben, symbolisieren die Unbeständigkeit und Vergänglichkeit des Lebens.

Schlüsselwörter

mensch lebt rest zeiget tag tagen unterscheidet ausgezeichnet

Wortwolke

Wortwolke zu Der Mensch [3]

Stilmittel

Kontrast
Von der Natur getrennt und unbeneidet
Metapher
Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget
Personifikation
Wo rings der Frühling grünt, der Sommer freundlich weilet
Symbolik
Bis dass das Jahr im Herbst hinunter eilet
Vergleich
So ist's, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet