Der Mensch
1754Ein Kind sucht Kindern oft den Apfel abzustreiten, Weil schon die Kinder Menschen sind: Auch der erwachsne Mensch ficht oft um Kleinigkeiten, Ist trostlos im Verlust, und prahlt, wann er gewinnt. Warum? Der Mensch bleibt noch ein Kind.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Der Mensch" von Friedrich von Hagedorn beschäftigt sich mit der menschlichen Natur und ihrem Hang zu kindischem Verhalten. Es beginnt mit dem Bild eines Kindes, das einem anderen Kind einen Apfel streitig macht, was als Metapher für die menschliche Neigung zu Eifersucht und Besitzstreben dient. Diese Eigenschaft wird als angeboren und universell dargestellt, da "schon die Kinder Menschen sind". Der zweite Teil des Gedichts erweitert diese Beobachtung auf das Erwachsenenalter. Es wird beschrieben, wie auch erwachsene Menschen oft um Kleinigkeiten streiten, im Verlust Trostlosigkeit empfinden und im Gewinn prahlen. Diese Verhaltensweisen werden als Ausdruck einer anhaltenden Kindlichkeit im Erwachsenenalter interpretiert. Das Gedicht deutet an, dass die menschliche Natur im Kern unverändert bleibt, unabhängig vom Alter oder gesellschaftlichen Status. Der letzte Satz, "Der Mensch bleibt noch ein Kind", fasst die zentrale These des Gedichts zusammen. Es impliziert, dass trotz äußerer Reife und gesellschaftlicher Verantwortung die menschliche Psyche in ihrem Kern kindlich bleibt. Diese Kindlichkeit äußert sich in Egoismus, Konkurrenzdenken und emotionaler Unreife. Das Gedicht lädt zur Reflexion über die menschliche Natur und die Frage ein, ob wahre Reife und Selbstlosigkeit überhaupt erreichbar sind.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Frage-Antwort
- Warum? Der Mensch bleibt noch ein Kind
- Gleichnis
- Ein Kind sucht Kindern oft den Apfel abzustreiten, Weil schon die Kinder Menschen sind
- Kontrast
- Ist trostlos im Verlust, und prahlt, wann er gewinnt
- Metapher
- Der Mensch bleibt noch ein Kind
- Reimschema
- AABB