Der Mensch 2

Friedrich Hölderlin

1770

Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget, So ist’s, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet, Dass ausgezeichnet sich der Mensch zum Reste neiget, Von der Natur getrennt und unbeneidet.

Als wie allein ist er im andern weiten Leben, Wo rings der Frühling grünt, der Sommer freundlich weilet, Bis dass das Jahr im Herbst hinunter eilet, Und immerdar die Wolken uns umschweben.

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Illustration zu Der Mensch 2

Interpretation

Das Gedicht "Der Mensch 2" von Friedrich Hölderlin thematisiert die menschliche Existenz und ihre Beziehung zur Natur. Hölderlin beschreibt den Menschen als ein Wesen, das sich von der Natur abhebt und in seiner Einzigartigkeit oft einsam erscheint. Der Mensch lebt aus sich selbst heraus und zeigt seinen Rest, was auf eine innere Fülle und Selbstständigkeit hindeutet. Doch diese Abgrenzung zur Natur bringt auch eine gewisse Isolation mit sich, da der Mensch unbeneidet und allein in der weiten Welt lebt. Hölderlin verwendet das Bild der Jahreszeiten, um die Vergänglichkeit und den Lauf der Zeit zu verdeutlichen. Der Frühling und der Sommer stehen für das Leben und die Freude, während der Herbst den Übergang und das Hinabgleiten des Jahres symbolisiert. Die Wolken, die uns immerdar umschweben, könnten als Zeichen der Vergänglichkeit und des Wandels interpretiert werden, die den Menschen umgeben und begleiten. In diesem Gedicht wird die menschliche Existenz als einzigartig und zugleich einsam dargestellt. Der Mensch unterscheidet sich von den Tagen, er ist ausgezeichnet und neigt sich zum Rest, was auf eine besondere Stellung in der Natur hindeutet. Doch diese Einzigartigkeit bringt auch eine gewisse Isolation mit sich, da der Mensch von der Natur getrennt ist und unbeneidet lebt. Hölderlin beschreibt den Menschen als ein Wesen, das in der weiten Welt allein ist, umgeben von den Jahreszeiten und den Wolken, die den Lauf der Zeit und die Vergänglichkeit symbolisieren.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Der Mensch 2

Stilmittel

Bildlichkeit
Und immerdar die Wolken uns umschweben
Metapher
Wenn aus sich lebt der Mensch und wenn sein Rest sich zeiget, So ist's, als wenn ein Tag sich Tagen unterscheidet
Personifikation
Wo rings der Frühling grünt, der Sommer freundlich weilet, Bis dass das Jahr im Herbst hinunter eilet
Vergleich
Als wie allein ist er im andern weiten Leben