Der Maulwurf
1832In seinem Garten freudevoll Geht hier ein Gärtner namens Knoll.
Doch seine Freudigkeit vergeht, Ein Maulwurf wühlt im Pflanzenbeet.
Schnell eilt er fort und holt die Hacke, Daß er den schwarzen Wühler packe.
Jetzt ist vor allem an der Zeit Die listige Verschwiegenheit.
Aha! Schon hebt sich was im Beet, Und Knoll erhebt sein Jagdgerät.
Schwupp! Da - und Knoll verfehlt das Ziel. Die Hacke trennt sich von dem Stiel.
Das Instrument ist schnell geheilt; Ein Nagel wird hineingekeilt.
Und wieder steht er ernst und krumm Und schaut nach keiner Seite um.
Klabumm! - So krieg die Schwerenot! - Der Nachbar schießt die Spatzen tot.
Doch immerhin und einerlei! Ein Flintenschuß ist schnell vorbei.
Schon wieder wühlt das Ungetier. Wart! denkt sich Knoll. Jetzt kommen wir.
Er schwingt die Hacke voller Hast - Radatsch! - O schöner Birnenast!
Die Hacke ärgert ihn doch sehr, Drum holt er jetzt den Spaten her.
Nun, Alter, sei gescheit und weise Und mache leise, leise, leise!
Schnarräng! - Da tönt ihm in das Ohr Ein Bettelmusikantenchor.
Musik wird oft nicht schön gefunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Kaum ist′s vorbei mit dem Trara, So ist der Wühler wieder da.
Schnupp! dringt die Schaufel wie der Blitz Dem Maulwurf unter seinen Sitz.
Und mit Hurra in einem Bogen Wird er herauf ans Licht gezogen.
Aujau! Man setzt sich in den Rechen Voll spitzer Stacheln, welche stechen.
Und Knoll zieht für den Augenblick Sich schmerzlich in sich selbst zurück.
Schon hat der Maulwurf sich derweil Ein Loch gescharrt in Angst und Eil.
Doch Knoll, der sich emporgerafft, Beraubt ihn seiner Lebenskraft.
Da liegt der schwarze Bösewicht Und wühlte gern und kann doch nicht; Denn hinderlich, wie überall, Ist hier der eigne Todesfall.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Maulwurf" von Wilhelm Busch handelt von einem Gärtner namens Knoll, der seinen Garten pflegt. Doch seine Freude wird getrübt, als ein Maulwurf in seinem Pflanzenbeet wühlt. Der Gärtner versucht, den Maulwurf mit verschiedenen Werkzeugen zu fangen, doch seine Versuche scheitern aufgrund von Ablenkungen und Missgeschicken. Das Gedicht verdeutlicht die Frustration und den Kampf des Gärtners gegen den Maulwurf, der ihm immer wieder entwischt. Es zeigt auch, wie äußere Einflüsse, wie der Schuss des Nachbarn oder die Musik der Bettelmusiker, den Gärtner bei seiner Jagd behindern. Trotz aller Bemühungen gelingt es Knoll schließlich, den Maulwurf zu fangen, doch dabei verletzt er sich selbst. Die Geschichte endet mit dem Tod des Maulwurfs, der nun nicht mehr wühlen kann. Das Gedicht verdeutlicht die Vergänglichkeit des Lebens und wie der eigene Tod letztendlich jeden Menschen oder jedes Lebewesen daran hindert, seine Taten fortzusetzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schnell eilt er fort und holt die Hacke
- Anapher
- Schon wieder wühlt das Ungetier. Wart! denkt sich Knoll. Jetzt kommen wir.
- Assonanz
- In seinem Garten freudevoll
- Bildsprache
- Der Maulwurf wühlt im Pflanzenbeet
- Enjambement
- In seinem Garten freudevoll Geht hier ein Gärtner namens Knoll.
- Hyperbel
- Klabumm! - So krieg die Schwerenot!
- Ironie
- Und Knoll zieht für den Augenblick Sich schmerzlich in sich selbst zurück.
- Metapher
- Die listige Verschwiegenheit
- Personifikation
- Die Hacke ärgert ihn doch sehr
- Reim
- Doch seine Freudigkeit vergeht, / Ein Maulwurf wühlt im Pflanzenbeet.
- Wortwiederholung
- leise, leise, leise