Der Liebende

Joseph von Eichendorff

1788

Der Liebende steht träge auf, Zieht ein Herr-Jemine-Gesicht Und wünscht, er wäre tot. Der Morgen tut sich prächtig auf.

So silbern geht der Ströme Lauf, Die Vöglein schwingen hell sich auf: “Bad, Menschlein, dich im Morgenrot, Dein Sorgen ist ein Wicht!”

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Illustration zu Der Liebende

Interpretation

Das Gedicht "Der Liebende" von Joseph von Eichendorff schildert die innere Zerrissenheit eines Menschen, der von unerwiderter Liebe geplagt wird. Der Liebende erwacht träge und wünscht sich, tot zu sein, was auf eine tiefe emotionale Verzweiflung hindeutet. Trotz des prächtigen Morgens, der eine neue Hoffnung und Erneuerung symbolisieren könnte, bleibt der Liebende in seiner Traurigkeit gefangen. Die Natur um ihn herum erwacht in voller Schönheit, doch er kann diese nicht genießen, da seine Sorgen ihn bedrücken. Die zweite Strophe kontrastiert die innere Verfassung des Liebenden mit der äußeren Welt. Die silbernen Ströme und die fröhlichen Vögel symbolisieren die Vitalität und Schönheit der Natur, die den Liebenden auffordern, sich im Morgenrot zu baden und seine Sorgen als unwichtig zu betrachten. Die Natur scheint ihm eine Art Heilung anzubieten, doch der Liebende ist zu sehr in seiner Trauer verhaftet, um diese Einladung anzunehmen. Das Gedicht verdeutlicht die Isolation des Liebenden, der von seiner eigenen Trauer so überwältigt ist, dass er die Schönheit und das Angebot der Natur nicht wahrnimmt. Es zeigt, wie unerwiderte Liebe die Wahrnehmung der Welt verzerren und einen Menschen in seiner Traurigkeit gefangen halten kann. Trotz der Aufforderung der Natur, seine Sorgen als unwichtig zu betrachten, bleibt der Liebende in seiner Melancholie gefangen, unfähig, die Heilung zu finden, die die Natur ihm anbietet.

Schlüsselwörter

liebende steht träge zieht herr jemine gesicht wünscht

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Stilmittel

Bildsprache
So silbern geht der Ströme Lauf.
Kontrast
Der Liebende wünscht sich tot, während der Morgen sich prächtig auftut.
Metapher
Dein Sorgen ist ein Wicht!
Personifikation
Die Vöglein schwingen sich auf und sprechen zum Liebenden.
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Friedrich von Schiller