Der letzte Graf von Brederode...
unknownSie folgten furchtbar; ihren bunten Tod von ferne nach ihm werfend, während er verloren floh, nichts weiter als: bedroht. Die Ferne seiner Väter schien nicht mehr
für ihn zu gelten; denn um so zu fliehn, genügt ein Tier vor Jägern. Bis der Fluß aufrauschte nah und blitzend. Ein Entschluß hob ihn samt seiner Not und machte ihn
wieder zum Knaben fürstlichen Geblütes. Ein Lächeln adeliger Frauen goß noch einmal Süßigkeit in sein verfrühtes
vollendetes Gesicht. Er zwang sein Roß, groß wie sein Herz zu gehn, sein blutdurchglühtes: es trug ihn in den Strom wie in sein Schloß.
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Interpretation
Das Gedicht "Der letzte Graf von Brederode" von Rainer Maria Rilke erzählt die Geschichte eines Adligen, der von seinen Feinden verfolgt wird. Die Verse beschreiben die furchtbare Verfolgung, die der Graf erleidet, während er flieht, nichts weiter als bedroht. Die Ferne seiner Väter scheint ihm nicht mehr zu gelten, denn um so zu fliehen, genügt ein Tier vor Jägern. Bis der Fluss aufrauschte und blitzend in der Nähe war, kam ein Entschluss, der den Grafen wieder zum Knaben fürstlichen Geblütes machte. Ein Lächeln adeliger Frauen goss noch einmal Süßigkeit in sein verfrühtes, vollendetes Gesicht. Er zwang sein Pferd, groß wie sein Herz zu gehen, sein blutdurchglühtes, und es trug ihn in den Strom wie in sein Schloss. Das Gedicht endet mit einem Bild von Erhabenheit und Würde, das den Grafen in seiner letzten Stunde zeigt. Es beschreibt, wie er sich in den Fluss stürzt, um seinem Schicksal zu entgehen, und dabei eine Art von Adel und Stolz bewahrt. Das Bild des Pferdes, das ihn wie in sein Schloss trägt, unterstreicht die Vorstellung von einem letzten Akt der Würde und des Anstands.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- bis der Fluß aufrauschte nah und blitzend
- Hyperbel
- groß wie sein Herz zu gehn
- Metapher
- es trug ihn in den Strom wie in sein Schloß
- Personifikation
- Die Ferne seiner Väter schien nicht mehr für ihn zu gelten
- Symbolik
- ein Lächeln adeliger Frauen goß noch einmal Süßigkeit in sein verfrühtes vollendetes Gesicht