Der Kunstgriff
1796Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und den Frommen gefallen? Malet die Wolllust - nur malet den Teufel dazu!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Kunstgriff" von Friedrich von Schiller ist eine kurze, aber tiefgründige Reflexion über die Natur der menschlichen Befriedigung und die Rolle der Kunst. Schiller verwendet hier eine Metapher, um die Komplexität menschlicher Wünsche und Bedürfnisse zu verdeutlichen. Der erste Vers, "Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und den Frommen gefallen?", stellt eine rhetorische Frage, die auf die Schwierigkeit hinweist, verschiedene Gruppen oder Aspekte der Gesellschaft zufriedenzustellen. Die "Kinder der Welt" könnten als diejenigen interpretiert werden, die nach weltlichen Freuden und Vergnügungen streben, während die "Frommen" diejenigen sind, die ein asketisches oder spirituelles Leben führen. Der zweite Vers, "Malet die Wolllust - nur malet den Teufel dazu!", bietet eine Lösung für dieses Dilemma. Schiller schlägt vor, dass man, um sowohl die weltlichen als auch die frommen Menschen zu befriedigen, die "Wolllust" (die sinnlichen Freuden) darstellen muss, aber auch den "Teufel" (die Versuchung oder das Böse) einbeziehen sollte. Dies könnte als eine Anerkennung der Dualität des menschlichen Wesens verstanden werden, die sowohl das Gute als auch das Schlechte umfasst. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass die Kunst und das menschliche Leben selbst eine Balance zwischen verschiedenen, oft widersprüchlichen Elementen erfordern. Schiller scheint zu suggerieren, dass es nicht ausreicht, nur eine Seite der Medaille zu zeigen; stattdessen muss man die ganze Komplexität des menschlichen Daseins anerkennen und darstellen, um eine vollständige und wahrhaftige Darstellung zu erreichen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wollt ihr zugleich
- Bildlichkeit
- Malet die Wolllust - nur malet den Teufel dazu!
- Imperativ
- Malet die Wolllust - nur malet den Teufel dazu!
- Kontrast
- den Kindern der Welt und den Frommen
- Rhetorische Frage
- Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und den Frommen gefallen?