Der Kranz

Hans Schmidt

1854

Mutter, hilf mir armen Tochter, Sieh′ nur, was ein Knabe tat: Einen Kranz von Rosen flocht er, Den er mich zu tragen bat!

Ei, sei deshalb unerschrocken, Helfen läßt sich dir gewiß! Nimm den Kranz nur aus den Locken, Und den Knaben, den vergiß!

Dornen hat der Kranz, o Mutter, Und die halten fest das Haar! Worte sprach der Knabe, Mutter, an die denk′ ich immerdar!

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Interpretation

Das Gedicht "Der Kranz" von Hans Schmidt handelt von einer jungen Frau, die von einem Jungen einen Kranz aus Rosen geschenkt bekommt. Der Kranz ist mit Dornen versehen und hält sich fest in ihrem Haar. Die Tochter bittet ihre Mutter um Hilfe, da sie den Kranz nicht ohne Schmerzen entfernen kann. Die Worte des Jungen, der ihr den Kranz überreicht hat, lassen sie nicht los und beschäftigen sie immer noch. Die Mutter rät ihrer Tochter, den Kranz aus den Haaren zu nehmen und den Jungen zu vergessen. Sie ermutigt sie, mutig zu sein und Hilfe anzunehmen. Die Tochter ist jedoch zögerlich, da der Kranz mit Dornen besetzt ist und sie Angst vor den Schmerzen hat. Zudem beschäftigen sie die Worte des Jungen, die sie nicht vergessen kann. Das Gedicht thematisiert die Unsicherheit und Verletzlichkeit junger Frauen in Liebesangelegenheiten. Die Tochter ist in einer emotionalen Zwickmühle gefangen zwischen dem Wunsch, den Kranz als Zeichen der Zuneigung des Jungen zu behalten, und der Angst vor den Schmerzen, die mit der Entfernung des Kranzes verbunden sind. Die Worte des Jungen, die sie nicht vergessen kann, lassen darauf schließen, dass sie sich in ihn verliebt hat und nun mit den Konsequenzen dieser Zuneigung konfrontiert ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Mutter, hilf mir armen Tochter, Sieh′ nur, was ein Knabe tat:
Kontrast
Dornen hat der Kranz, o Mutter, Und die halten fest das Haar!
Metapher
Einen Kranz von Rosen flocht er
Wiederholung
Mutter