Der Knabe mit dem Erdbeerschlag
1834E Büebli lauft, es goht in Wald am Sunntig Noomittag; es chunnt in d’Hürst un findet bald Erdbeeri, Schlag an Schlag; es günnt un ißt si halber z’tot un denkt: Das isch my Obebrot. Un wie n es ißt, se ruuscht’s im Laub; es chunnt e schöne Chnab. Er het e Rock wie Silberstaub un trait e goldige Stab. Er glänzt wie d’Sunn am Schwyzer Schnee. Sy Lebe lang het’s nüt so gseh. Druf redt der Chnab my Büebli a: “Was issisch?I halt’s mit!” “He, nüt !” sait’s Büebli, luegt en a un lüpft sy Chäppli nit. Druf sait der Chnab: “He, issisch nüt, du grobe Burst, se battet’s nüt !” Verschwunden isch my Chnab, un ’s stöhn di nöchste Hürst im Duft; druus fliegt en Engeli wunderschön uf in die blaui Luft; un ’s Büebli stoht un luegt ein noo un chratzt im Hoor un lauft dervo. Un siider isch kai Sege meh im Beeri-Esse gsi. I ha my Lebtig nüt so gseh, si bschießen ebe nie. Iß Hampfle voll, so viil de witt, si stille der dy Hunger nit! Was gib i der für Lehre drii? Was saisch derzue? Me mueß vor fremde Lüte fründli sii mit Wort un Red un Grueß un’s Chäppli lüpfe z’rechter Zyt; sust het me Schimpf un chunnt nit wyt.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Knabe mit dem Erdbeerschlag" von Johann Peter Hebel erzählt die Geschichte eines Jungen, der am Sonntag Nachmittag in den Wald geht, um Erdbeeren zu pflücken. Er findet einen ganzen Schlag Erdbeeren und isst sich halb tot, während er denkt, dass dies sein Erbrot sei. Während er isst, kommt ein schöner Knabe auf ihn zu, der einen silbernen Rock und einen goldenen Stab trägt und wie die Sonne auf dem Schweizer Schnee glänzt. Der Knabe fragt den Jungen, was er da esse, aber der Junge antwortet nicht und hebt nicht einmal sein Käppchen. Der Knabe wird wütend und verschwindet, wobei es in der nächsten Hürst im Duft stöhnt. Ein wunderschöner Engel fliegt daraufhin in den blauen Himmel, und der Junge steht da und schaut ihm nach, kratzt sich am Kopf und läuft davon. Das Gedicht enthält eine moralische Lehre, die sich in den letzten Versen offenbart. Der Junge hätte höflich und freundlich mit dem Fremden umgehen sollen, ihm mit Worten, Reden und Grüßen begegnen und sein Käppchen zur rechten Zeit heben sollen. Andernfalls hätte er Schimpf ernten und nicht weit kommen können. Die Geschichte erinnert daran, dass es wichtig ist, anderen mit Respekt und Höflichkeit zu begegnen, auch wenn sie uns fremd sind. Insgesamt ist das Gedicht eine einfache, aber tiefgründige Geschichte, die eine wichtige Lektion vermittelt. Es zeigt, wie wichtig es ist, höflich und freundlich zu sein, und wie sich unser Verhalten auf unser Leben auswirken kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- E Büebli lauft, es goht in Wald
- Allusion
- En Engeli wunderschön
- Bildsprache
- Di nöchste Hürst im Duft
- Hyperbel
- I ha my Lebtig nüt so gseh, si bschießen ebe nie
- Ironie
- Was gib i der für Lehre drii?
- Kontrast
- Was saisch derzue? Me mueß vor fremde Lüte fründli sii
- Metapher
- Das isch my Obebrot
- Personifikation
- se ruuscht’s im Laub
- Symbolik
- Erdbeeri, Schlag an Schlag
- Vergleich
- Er glänzt wie d’Sunn am Schwyzer Schnee