Der Kampf
1759Nein, länger werd′ ich diesen Kampf nicht kämpfen, Den Riesenkampf der Pflicht. Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen, So fodre, Tugend, dieses Opfer nicht.
Geschworen hab ich′s ja, ich hab′s geschworen Mich selbst zu bändigen. Hier ist dein Kranz, er sei auf ewig mir verloren! Nimm ihn zurück und lass mich sündigen!
Zerrissen sei, was wir bedungen haben! Sie liebt mich - deine Krone sei verscherzt! Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben, So leicht, wie ich, den tiefen Fall verschmerzt!
Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen, Und meinen Lenz entflohn, Bewundert still mein heldenmütiges Entsagen, Und großmutsvoll beschließt sie meinen Lohn.
Misstraue, schöne Seele, dieser Engelsgüte! Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich. Gibt′s in des Lebens unermesslichem Gebiete, Gibt′s einen andern, schönern Lohn, als dich?
Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte? - Tyrannisches Geschick! Der einz′ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte! Ist meiner Tugend letzter Augenblick!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Kampf" von Friedrich von Schiller handelt von einem inneren Konflikt zwischen Pflicht und Leidenschaft. Der Sprecher kämpft mit seiner moralischen Verantwortung und seinen emotionalen Begierden, symbolisiert durch den "Riesenkampf der Pflicht". Er ist bereit, seine Tugend und seinen Kranz aufzugeben, um sich seinen Leidenschaften hinzugeben und "sündigen" zu dürfen. Der Kampf wird als unerträglich dargestellt, und der Sprecher sehnt sich danach, sich von den Fesseln der Tugend zu befreien. Der zweite Teil des Gedichts zeigt die Konsequenzen des inneren Kampfes. Der Sprecher beschreibt, wie seine Geliebte sein heldenhaftes Entsagen bewundert, aber er warnt sie davor, sich von seinem scheinbaren Heldentum täuschen zu lassen. Er erkennt, dass seine Tugend ihn letztendlich in den Untergang führen wird, da der einzige Lohn, den er sich wünscht, die Geliebte selbst ist. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Resignation und des Schicksals, da der Sprecher erkennt, dass seine Tugend zu seinem "letzten Augenblick" führen wird. Die Sprache des Gedichts ist emotional und dramatisch, mit starken Bildern und Metaphern. Der Kampf zwischen Pflicht und Leidenschaft wird als ein Kampf zwischen Gut und Böse dargestellt, wobei der Sprecher letztendlich dem Bösen erliegt. Das Gedicht erforscht die menschliche Natur und die Schwierigkeit, moralische Entscheidungen zu treffen, wenn die Emotionen im Spiel sind.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- einz′ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte
- Metapher
- Tugend krönen
- Personifikation
- Tugend, dieses Opfer nicht