Der Jüngling in der Landschaft
1924Die Gärtner legten ihre Beete frei, Und viele Bettler waren überall Mit schwarzverbundnen Augen und mit Krücken Doch auch mit Harfen und den neuen Blumen, Dem starken Duft der schwachen Frühlingsblumen.
Die nackten Bäume ließen alles frei: Man sah den Fluß hinab und sah den Markt, Und viele Kinder spielen längs den Teichen. Durch diese Landschaft ging er langsam hin Und fühlte ihre Macht und wußte - daß Auf ihn die Weltgeschicke sich bezogen.
Auf jene fremden Kinder ging er zu Und war bereit, an unbekannter Schwelle Ein neues Leben dienend hinzubringen. Ihm fiel nicht ein, den Reichtum seiner Seele, Die frühern Wege und Erinnerung Verschlungner Finger und getauschter Seelen Für mehr als nichtigen Besitz zu achten.
Der Duft der Blumen redet ihm nur Von fremder Schönheit - und die neue Luft Nahm er stillatmend ein, doch ohne Sehnsucht: Nur daß er dienen durfte, freute ihn.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Jüngling in der Landschaft" von Hugo von Hofmannsthal beschreibt einen jungen Mann, der durch eine lebendige und farbenfrohe Landschaft wandert. Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf, Gärtner bereiten ihre Beete vor und Bettler ziehen mit ihren Instrumenten und Blumen durch die Straßen. Der Jüngling durchquert diese Landschaft und spürt eine tiefe Verbundenheit zur Welt und ihren Geschicken. Der Jüngling nähert sich fremden Kindern und ist bereit, sein Leben in den Dienst einer neuen Sache zu stellen. Er legt seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen ab und sieht sie als unwichtig an. Der Duft der Blumen und die neue Luft um ihn herum erfüllen ihn mit Freude, aber nicht mit Sehnsucht. Er ist zufrieden damit, dienen zu können und einen Beitrag zu leisten. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Selbstlosigkeit und des Dienstes an anderen. Der Jüngling ist bereit, seine eigene Identität aufzugeben, um sich einer größeren Sache zu widmen. Er findet Erfüllung darin, anderen zu helfen und einen positiven Einfluss auf die Welt auszuüben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Nackten Bäume ließen alles frei.
- Bildlichkeit
- Die Gärtner legten ihre Beete frei, Und viele Bettler waren überall Mit schwarzverbundnen Augen und mit Krücken Doch auch mit Harfen und den neuen Blumen, Dem starken Duft der schwachen Frühlingsblumen.
- Enjambement
- Auf jene fremden Kinder ging er zu Und war bereit, an unbekannter Schwelle Ein neues Leben dienend hinzubringen.
- Kontrast
- Der Duft der Blumen redet ihm nur Von fremder Schönheit - und die neue Luft Nahm er stillatmend ein, doch ohne Sehnsucht.
- Metapher
- Die Gärtner legten ihre Beete frei.
- Parallelismus
- Die nackten Bäume ließen alles frei: Man sah den Fluß hinab und sah den Markt, Und viele Kinder spielen längs den Teichen.
- Personifikation
- Der Duft der Blumen redet ihm nur Von fremder Schönheit.
- Symbolik
- Der Duft der Blumen redet ihm nur Von fremder Schönheit.