Der Jäger
1856Es stürzt der Bach, es starrt der Fels, Am hohen Zweige schwankt der Rab - In schweren, weißen Flocken Sinkt still der Himmel herab.
So feenhaft, so heimlich fremd, So sonderbar ists rings umher, Ich komme von den Bergen, Die Kugel im Gewehr.
Dort drüben, wo das Mühlrad ging, Der Müller ist verdorben bald, Hat sie gewohnt, der Engel, Im dunklen tiefen Wald.
Ich weiß nicht wie zu Muth mir wird, So kindlich und so feierlich, So festlich stehn die Tannen, Kein Lüftchen reget sich.
Ich frage, wird es schöner sein, Wenn laut im Wald der Lenz erwacht, Wenn duftge Kräuter sprießen, Und blau der Himmel lacht,
Wenn Wanderlust das Thal durchrauscht, Die Axt erklingt, das Tagwerk schallt, Und dieser weiße Frieden Verschwunden aus dem Wald?
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Interpretation
Das Gedicht "Der Jäger" von Ludwig Eichrodt handelt von einem Jäger, der sich in einer winterlichen Waldlandschaft befindet. Die Natur wird als feenhaft und heimlich fremd beschrieben, was eine mystische Stimmung erzeugt. Der Jäger ist auf dem Heimweg von den Bergen und reflektiert über die Schönheit und Ruhe der verschneiten Umgebung. Der zweite Teil des Gedichts beschäftigt sich mit der Frage, ob die Natur im Frühling noch schöner sein wird. Der Jäger überlegt, ob der Lärm und die Aktivität, die mit dem Erwachen des Frühlings einhergehen, die friedliche Atmosphäre des Winters ersetzen können. Er fragt sich, ob der weiße Frieden, der den Wald bedeckt, verschwinden wird, wenn der Frühling einbricht und das Leben im Tal erwacht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- So kindlich und so feierlich, So festlich stehn die Tannen
- Frage
- Ich frage, wird es schöner sein
- Kontrast
- Wenn laut im Wald der Lenz erwacht, Wenn duftge Kräuter sprießen, Und blau der Himmel lacht
- Personifikation
- Der Himmel sinkt still herab