Der Isegrim
1788Aktenstöße nachts verschlingen, Schwatzen nach der Welt Gebrauch, Und das große Tretrad schwingen Wie ein Ochs, das kann ich auch.
Aber glauben, daß der Plunder Eben nicht der Plunder wär, Sondern ein hochwichtig Wunder, Das gelang mir nimmermehr.
Aber andre überwitzen, Daß ich mit dem Federkiel Könnt den morschen Weltbau stützen, Schien mir immer Narrenspiel.
Und so, weil ich in dem Drehen Da steh oft wie ein Pasquill, Läßt die Welt mich eben stehen - Mag sie′s halten, wie sie will!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Isegrim" von Joseph von Eichendorff kritisiert die Heuchelei und den oberflächlichen Umgang mit gesellschaftlichen Normen. Der Sprecher beschreibt, wie er sich an oberflächlichen Aktivitäten beteiligt, wie das Verschlingen von Aktenstößen, das Schwatzen nach dem weltlichen Brauch und das Mitlaufen im Hamsterrad des Lebens. Er kann diese Handlungen ausführen, aber er kann nicht an den Wert oder die Bedeutung dieser Tätigkeiten glauben. Der Sprecher lehnt es ab, die Welt als etwas Wunderbares oder Bedeutendes zu betrachten, wenn sie in Wirklichkeit nur "Plunder" ist. Er kann nicht die Rolle des Narren spielen, der mit seinem Federkiel den morschen Weltbau stützt. Er sieht diese Rolle als Narrenspiel an und lehnt es ab, sich daran zu beteiligen. Letztendlich entscheidet sich der Sprecher dafür, sich von der Welt abzuwenden und sie so zu lassen, wie sie ist. Er zieht es vor, als Außenseiter zu gelten, der nicht bereit ist, an dem Spiel der Gesellschaft teilzunehmen. Er lässt die Welt gewähren und kümmert sich nicht um ihre Urteile oder Meinungen über ihn.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Könnt den morschen Weltbau stützen
- Ironie
- Aktenstöße nachts verschlingen, Schwatzen nach der Welt Gebrauch
- Kontrast
- Aber glauben, daß der Plunder Eben nicht der Plunder wär, Sondern ein hochwichtig Wunder
- Metapher
- Und das große Tretrad schwingen Wie ein Ochs
- Personifikation
- Mag sie's halten, wie sie will