Der Irrwisch
1806Spiele nur immer, gaukelnder Betrüger, Spiele nur immer deine leichten Tänze, Flüchtiges Dunstkind, das des Wandrers Füße Brünstig heranlockt,
Spröde dann fliehet, endlich ins Verderben Führet. Ich kenne diese Mädchenränke! Lernte sie all’ aus Deinem blauen Auge, Flatternde Nais!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Der Irrwisch" von Heinrich Christian Boie handelt von der täuschenden Natur des Irrlichts, das Wanderer mit seinem flüchtigen und verlockenden Tanz in die Irre führt. Das Irrlicht wird als "gaukelnder Betrüger" bezeichnet, der seine "leichten Tänze" spielt, um den Wanderer anzulocken. Es wird als "flüchtiges Dunstkind" beschrieben, das mit seinen Bewegungen die Füße des Wanderers "brünstig" anzieht. Das Gedicht beschreibt, wie das Irrlicht dann "spröde" flieht und den Wanderer schließlich ins "Verderben" führt. Der Sprecher behauptet, diese "Mädchenränke" zu kennen, die er allesamt aus dem "blauen Auge" des Irrlichts gelernt hat. Das Irrlicht wird mit einer "flatternden Nais" verglichen, einer Nymphe aus der griechischen Mythologie, die für ihre verführerische und unbeständige Natur bekannt ist. Das Gedicht kann als Warnung vor der trügerischen und gefährlichen Natur des Irrlichts interpretiert werden. Es symbolisiert die Versuchung und die Gefahr, die von etwas ausgehen kann, das auf den ersten Blick verlockend und attraktiv erscheint, aber letztendlich zu Schaden oder Verderben führen kann. Der Sprecher warnt davor, sich von solchen täuschenden Erscheinungen blenden zu lassen und betont die Wichtigkeit, die wahre Natur solcher Verlockungen zu erkennen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Spröde dann fliehet
- Apostrophe
- Spiele nur immer, gaukelnder Betrüger, Spiele nur immer deine leichten Tänze
- Bildsprache
- Aus Deinem blauen Auge
- Hyperbel
- Brünstig heranlockt
- Metapher
- Diese Mädchenränke
- Personifikation
- Flüchtiges Dunstkind, das des Wandrers Füße brünstig heranlockt
- Vokativ
- Flatternde Nais