Der Herzenswechsel
1879Du giebst mir also nicht Dein Herz? So gieb das meine mir! Denn, Liebe, hab′ ich Deines nicht, Was soll das meine Dir?
Gieb es mir wieder! Doch laß sein! Bekäm′ ich′s auch zurück, Du stiehlst es mir ja tausendmal Mit jedem neuen Blick.
Behalt es! wahr in Deiner Brust Fortan der Herzen zwei! Wol hauchet eins das andre an Mit Lieb′ und zarter Treu.
Und weg denn, Zweifel! weg, o Schmerz! Ihr findet keine Statt; Ich glaub′ es fest, ich hab′ ihr Herz, Weil sie das meine hat.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Herzenswechsel" von Johann Gottfried von Herder handelt von einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung, in der der Sprecher seine Gefühle für seine Geliebte zum Ausdruck bringt. Der erste Teil des Gedichts beginnt mit einer Frage des Sprechers, ob seine Geliebte ihm ihr Herz nicht geben wird. Er bittet sie, ihm stattdessen sein eigenes Herz zu geben, da er ohne ihr Herz nicht weiß, was er mit seinem eigenen anfangen soll. Im zweiten Teil des Gedichts äußert der Sprecher den Wunsch, sein Herz zurückzubekommen, aber gleichzeitig erkennt er, dass er es nicht wirklich zurückhaben möchte, da er durch den Blick seiner Geliebten immer wieder aufs Neue gestohlen wird. Er akzeptiert, dass sein Herz in ihrer Obhut ist und dass er es nicht mehr zurückhaben möchte. Im letzten Teil des Gedichts erklärt der Sprecher, dass er sein Herz in ihrer Brust behalten möchte, da es dort von zwei Herzen umgeben ist. Er glaubt fest daran, dass er das Herz seiner Geliebten besitzt, da sie sein Herz hat. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass Zweifel und Schmerz keinen Platz mehr haben, da der Sprecher fest an die Liebe seiner Geliebten glaubt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Du giebst mir also nicht Dein Herz? So gieb das meine mir!
- Antithese
- Fortan der Herzen zwei
- Chiasmus
- Ich glaub′ es fest, ich hab′ ihr Herz
- Hyperbel
- Du stiehlst es mir ja tausendmal
- Metapher
- Mit jedem neuen Blick
- Personifikation
- Weil sie das meine hat
- Rhetorische Frage
- Was soll das meine Dir?