Der heroische Pudel
1871Ein schwarzer Pudel, dessen Haar des Abends noch wie Kohle war, betrübte sich so höllenheiß, weil seine Dame Flügel spielte, trotzdem er heulte: daß (o Preis dem Schmerz, der solchen Sieg erzielte!) er beim Gekräh der Morgenhähne aufstand als wie ein hoher Greis - mit einer silberweißen Mähne.
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Interpretation
Das Gedicht "Der heroische Pudel" von Christian Morgenstern handelt von einem schwarzen Pudel, der sich über die nächtlichen Kartenspiel-Aktivitäten seiner Herrin so sehr aufregt, dass er heult. Der Pudel wird als "heroisch" beschrieben, da er durch sein Heulen einen so starken emotionalen Eindruck erzielt, dass er am nächsten Morgen mit einer silberweißen Mähne aufsteht, als wäre er über Nacht gealtert. Die Stimmung des Gedichts ist zunächst melancholisch und traurig, da der Pudel unter der nächtlichen Unruhe leidet. Doch dann wendet sich das Blatt und der Pudel wird als Held gefeiert, der durch sein Heulen einen "Sieg" erzielt hat. Die Ironie liegt darin, dass der Pudel zwar als Held dargestellt wird, aber in Wirklichkeit nur unter der Situation leidet und altert. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und metaphorisch. Der Pudel wird als "schwarzer Pudel" beschrieben, dessen Fell "wie Kohle" ist. Das Heulen des Pudels wird als "höllenheiß" bezeichnet, was die Intensität seiner Emotionen verdeutlicht. Die Verwandlung des Pudels in einen "hohen Greis" mit einer "silberweißen Mähne" am nächsten Morgen symbolisiert den emotionalen und physischen Tribut, den der Pudel für seinen "heroischen" Einsatz gezahlt hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- aufstand als wie ein hoher Greis
- Hyperbel
- höllenheiß
- Metapher
- dessen Haar ... noch wie Kohle war
- Personifikation
- weil seine Dame Flügel spielte
- Symbolik
- mit einer silberweißen Mähne