Der Herbst
1758Trinkt, trinkt, trinkt, Trinkt, ihr unverdroßnen Brüder Eures Lebens Sorgen nieder! Singt, singt, singt, Singt darunter frohe Lieder, Trinkt darauf und singet wieder!
Reich, reich, reich, Träufelt Seegen von Lyäen, Von den weinbepflanzten Höhen! Euch, euch, euch, Lächelt er zukünftge Freuden, Um die Götter euch beneiden.
Hört, hört, hört, Hört der Winzer frohen Willen Fässer her! wir müssen füllen. Leert, leert, leert, Leert dieß Faß mit tapfern Zügen, Daß die Winzer Tonnen kriegen.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Herbst" von Christian Felix Weiße ist ein lebendiges und fröhliches Loblied auf die Erntezeit, insbesondere auf den Weinbau. Es ruft die Menschen dazu auf, die Freuden des Lebens zu genießen und die Sorgen des Alltags zu vergessen. Der Herbst wird als eine Zeit des Überflusses und der Feierlichkeiten dargestellt, in der man sich dem Genuss von Wein und Gesang hingeben sollte. Die Wiederholung der Aufforderungen wie "Trinkt", "Singt", "Reich" und "Hört" unterstreicht die Dringlichkeit und die Freude, die mit der Erntezeit verbunden sind. Der Dichter betont die Gemeinschaft und die Brüderlichkeit, die durch gemeinsames Trinken und Singen gestärkt werden. Die Erwähnung der Götter, die die Menschen um ihre zukünftigen Freuden beneiden, verleiht der Szene eine mythische und feierliche Atmosphäre. Im letzten Teil des Gedichts wird die praktische Seite der Ernte angesprochen, wobei die Winzer aufgefordert werden, ihre Fässer zu füllen und zu leeren, um die Fülle des Weins zu genießen. Dies unterstreicht die zyklische Natur des Lebens und der Jahreszeiten, in denen Arbeit und Genuss Hand in Hand gehen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine optimistische und lebensbejahende Botschaft, die den Herbst als eine Zeit des Feierns und der Dankbarkeit für die Gaben der Natur feiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Leert, leert, leert, / Leert dieß Faß mit tapfern Zügen
- Hyperbel
- Trinkt, ihr unverdroßnen Brüder
- Personifikation
- Lächelt er zukünftge Freuden
- Tautologie
- Trinkt, ihr unverdroßnen Brüder