Der Herbst

Elisabeth Kulmann

unbekannt

Den blauen Aether decket Ein grauer Wolkenhimmel, Und leichenbleiche Dünste Ziehn, alle Augenblicke In andere Gestalten Sich launenhaft verwandelnd, In mehr als einer Reihe Auf höhrer Winde Flügeln (Denn Ruhe herrscht auf Erden) Vom Süden nach dem Norden. In lauten Schaaren ziehen Die wetterkund′gen Schwalben, Die wolkenfrohen Lerchen, Selbst ihr, o Nachtigallen, In Eile nach dem Süden, Dem Sommer nach, wie Diener Dem reisenden Gebieter. Das Wandern dieser Wolken Vom Süden nach dem Norden, Das Wandern dieser Vögel Vom Norden nach dem Süden, Sie künden uns den Herbst an. Vorüber, ach! vorüber Sind deine heitern Tage Und tagehellen Nächte, O freudenvoller Sommer! Bald wird des Herbstes Odem Die letzten Blumen tödten, Mit grimmem Arme schüttelt Das Laub er von den Bäumen, Das Laub er von den Büschen! Schon decken keine Heerden Die Fluren mehr! Ihr traurig Gebrüll ertönt aus düstern Und kerkergleichen Ställen Der Arme sieht mit Grauen Den nicht mehr fernen Winter Mit seinen Frösten nahen!

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Illustration zu Der Herbst

Interpretation

Das Gedicht "Der Herbst" von Elisabeth Kulmann beschreibt den Übergang vom Sommer zum Herbst. Es beginnt mit einer Beschreibung des Himmels, der von grauen Wolken bedeckt ist und leichenbleiche Dünste ziehen. Die Wolken verwandeln sich in verschiedene Gestalten und bewegen sich vom Süden nach Norden, während auf der Erde Ruhe herrscht. Die Vögel, wie Schwalben, Lerchen und Nachtigallen, ziehen in Scharen in den Süden, dem Sommer nach, wie Diener ihrem reisenden Gebieter. Das Gedicht kündet den Herbst an durch das Wandern der Wolken vom Süden nach Norden und das Wandern der Vögel vom Norden nach Süden. Es bedauert den Verlust der heiteren Tage und tagehellen Nächte des Sommers. Der Atem des Herbstes wird bald die letzten Blumen töten und das Laub von den Bäumen und Büschen schütteln. Die Fluren sind nicht mehr von Herden bedeckt, und ihr trauriges Gebrüll ertönt aus düsteren Ställen. Der Arme sieht mit Grauen den nahenden Winter mit seinen Frösten.

Schlüsselwörter

süden mehr norden sommer wandern vorüber arme laub

Wortwolke

Wortwolke zu Der Herbst

Stilmittel

Bildsprache
Das Wandern dieser Wolken vom Süden nach dem Norden, das Wandern dieser Vögel vom Norden nach dem Süden
Hyperbel
Mit grimmem Arme schüttelt das Laub er von den Bäumen
Personifikation
Die wetterkund′gen Schwalben, die wolkenfrohen Lerchen, selbst ihr, o Nachtigallen, in Eile nach dem Süden, dem Sommer nach, wie Diener dem reisenden Gebieter
Vorahnung
Der Arme sieht mit Grauen den nicht mehr fernen Winter mit seinen Frösten nahen