Der Henker

Hugo Ball

1913

Ich kugle Dich auf Deiner roten Decke. Ich bin am Werk: blank wie ein Metzgermeister. Tische und Bänke stehen wie blitzende Messer der Syphiliszwerg stochert in Töpfen voll Gallert und Kleister.

Dein Leib ist gekrümmt und blendend und glänzt wie der gelbe Mond deine Augen sind kleine lüsterne Monde dein Mund ist geborsten in Wollust und in der Jüdinnen Not deine Hand eine Schnecke, die in den blutroten Gärten voll Weintrauben und Rosen wohnte.

Hilf, heilige Maria! Dir sprang die Frucht aus dem Leibe sei gebenedeit! Mir rinnt geiler Brand an den Beinen herunter. Mein Haar ein Sturm, mein Gehirn ein Zunder meine Finger zehn gierige Zimmermannsnägel die schlage ich in der Christenheit Götzenplunder.

Als dein Wehgeschrei dir die Zähne aus den Kiefern sprengte da brach auch ein Goldprasseln durch die Himmelssparren nieder. Eine gigantische Hostie gerann und blieb zwischen Rosabergen stehen ein Hallelujah gurgelte durch Apostel- und Hirtenglieder.

Da tanzten nackichte Männer und Huren in verrückter Ekstase Heiden, Türken, Kaffern und Muhammedaner zumal Da stoben die Engel den Erdkreis hinunter Und brachten auf feurigem Teller die Finsternis und die Qual. Da war keine Mutterknospe, kein Auge mehr blutunterlaufen und ohne Hoffen Jede Seele stand für die Kindheit und für das Wunder offen.

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Illustration zu Der Henker

Interpretation

Das Gedicht "Der Henker" von Hugo Ball ist ein verstörendes und verstörendes Werk, das die brutale und sinnliche Natur des Henkers erkundet. Die ersten Zeilen beschreiben den Henker als einen Metzger, der seinen Opfern mit einem Messer gleich auflauert. Die Bildsprache ist blutig und grausam, und der Henker wird als eine Art Monster dargestellt, das seine Opfer quält und vergewaltigt. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt die Opfer des Henkers. Sie werden als verführerisch und lüstern dargestellt, und ihre Körper werden als Orte der Sünde und des Verderbens beschrieben. Die Sprache ist hier sehr explizit und sexuell, und die Opfer werden als Objekte der Lust des Henkers dargestellt. Im dritten Teil des Gedichts wird der Henker als ein Mann dargestellt, der von Lust und Leidenschaft getrieben wird. Er wird als ein Mann beschrieben, der seine Opfer vergewaltigt und quält, und seine Handlungen werden als eine Art religiöser Ritus dargestellt. Die Sprache ist hier sehr religiös und symbolisch, und der Henker wird als ein Mann dargestellt, der seine Opfer opfert, um seine eigenen Wünsche zu befriedigen. Der letzte Teil des Gedichts beschreibt die Folgen der Handlungen des Henkers. Die Opfer werden als verletzt und gebrochen dargestellt, und ihre Seelen werden als verloren beschrieben. Die Sprache ist hier sehr düster und hoffnungslos, und das Gedicht endet mit einer Art Aufruf zur Erlösung und zum Wunder.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Jede Seele stand für die Kindheit und für das Wunder offen
Personifikation
Eine gigantische Hostie gerann und blieb zwischen Rosabergen stehen
Vergleich
Deine Augen sind kleine lüsterne Monde