Der gute Kampf

Joseph Christian von Zedlitz

1790

Ihr Freunde, die wir zusammen Gezogen in die Schlacht, Wie hat der Tod gezehntet, Unser Häuflein klein gemacht!

Seht, wie der Feind so mächtig! Wie seine Reihen so dicht, Wie er von allen Seiten Stets enger uns umflicht!

Und unsre Wurden brennen Und unser dunkles Blut Fließt nieder aus hundert Quellen, – Doch unsre Schwerter sind gut!

Und unsre Fahne flattert Noch in den Lüften hoch; Zwar sind wir arg bedränget, Allein wir noch!

Wir kämpfen für Sold nicht noch Ehre, Und nicht für irdische Lust, Wir kämpfen für alles, was heilig, Für die Götter in unserer Brust!

Und wären wir nur noch zween, Der Fahnenträger und ich: Schmach dem, der, weil er lebte, Aus Kampfe wich!

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Illustration zu Der gute Kampf

Interpretation

Das Gedicht "Der gute Kampf" von Joseph Christian von Zedlitz thematisiert die unerschütterliche Entschlossenheit und den heroischen Kampfgeist einer kleinen Gruppe von Freunden, die gemeinsam in die Schlacht ziehen. Trotz der Übermacht des Feindes und der eigenen Verluste bleiben sie standhaft und kämpfen unbeirrt weiter. Die Bilder von brennenden Wunden und fließendem Blut unterstreichen die physische Härte des Kampfes, während der Verweis auf "gute Schwerter" die Bereitschaft symbolisiert, sich dem Feind entgegenzustellen. Die Fahne, die noch immer hoch in den Lüften flattert, steht als Symbol für den ungebrochenen Willen und die unerschütterliche Treue zur Sache. Obwohl die Gruppe arg bedrängt ist, gibt es keinen Gedanken an Kapitulation. Der Kampf wird nicht um materiellen Gewinn oder weltliche Ehre geführt, sondern um höhere, heilige Ideale – um die "Götter in unserer Brust", die als Metapher für innere Überzeugungen und moralische Werte stehen. Diese innere Motivation verleiht dem Kampf eine transzendente Bedeutung, die über das unmittelbare Geschehen hinausweist. Selbst wenn nur noch zwei Krieger übrig wären – der Fahnenträger und der Dichter selbst – wäre die Schmach, aus dem Kampf zu weichen, unerträglich. Dies unterstreicht die unbedingte Hingabe und den Stolz, der mit dem Kampf verbunden ist. Das Gedicht verherrlicht den heroischen Kampf um edle Ideale und stellt den Mut und die Standhaftigkeit in den Mittelpunkt, selbst angesichts aussichtsloser Umstände.

Schlüsselwörter

unsre kämpfen freunde zusammen gezogen schlacht tod gezehntet

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Stilmittel

Alliteration
Schmach dem, der, weil er lebte, Aus Kampfe wich
Bildsprache
Unser dunkles Blut Fließt nieder aus hundert Quellen
Hyperbel
Seht, wie der Feind so mächtig! Wie seine Reihen so dicht
Kontrast
Zwar sind wir arg bedränget, Allein wir noch!
Metapher
Wie hat der Tod gezehntet, Unser Häuflein klein gemacht!
Parallelismus
Wir kämpfen für Sold nicht noch Ehre, Und nicht für irdische Lust
Personifikation
Und unsre Wurden brennen
Symbolik
Und unsre Fahne flattert Noch in den Lüften hoch