Der gute Kamerad

Ludwig Uhland

1809

Ich hatt einen Kameraden Einen bessern findst du nit. Die Trommel schlug zum Streite, Er ging an meiner Seite In gleichem Schritt und Tritt

Eine Kugel kam geflogen, Gilt′s mir oder gilt es dir? Ihn hat es weggerissen, Er liegt mir vor den Füßen, Als wär′s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen, Derweil ich eben lad. Kann dir die Hand nicht geben, Bleib du im ewgen Leben Mein guter Kamerad!

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Interpretation

Das Gedicht "Der gute Kamerad" von Ludwig Uhland handelt von der tiefen Verbundenheit zwischen zwei Soldaten, die gemeinsam in den Kampf ziehen. Die erste Strophe führt den Kameraden als unersetzlichen Gefährten ein, der den Erzähler in perfekter Harmonie begleitet, symbolisiert durch den gleichen Schritt und Tritt. Diese Einheit wird durch die gemeinsame Reaktion auf den Trommelschlag zum Kampf unterstrichen, was ihre unerschütterliche Verbundenheit verdeutlicht. Die zweite Strophe beschreibt den schicksalhaften Moment, in dem eine Kugel den Kameraden trifft und tötet. Die Ungewissheit, ob die Kugel dem Erzähler oder seinem Kameraden galt, unterstreicht die Zufälligkeit des Todes im Krieg. Die Beschreibung, dass der Gefallene "als wär's ein Stück von mir" vor den Füßen liegt, verdeutlicht die tiefe Verbundenheit und das Gefühl des Verlustes, als ob ein Teil des eigenen Selbst verloren gegangen wäre. In der letzten Strophe reflektiert der Erzähler über den Tod seines Kameraden. Obwohl der Gefallene ihm nicht mehr die Hand reichen kann, bleibt er in den Gedanken und im Herzen des Erzählers als "guter Kamerad" im ewigen Leben präsent. Dies zeigt die Unvergänglichkeit der Freundschaft und die tiefe Trauer über den Verlust, die über den Tod hinaus bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Einen bessern findst du nit.
Metapher
Als wär's ein Stück von mir.
Personifikation
Will mir die Hand noch reichen
Rhetorische Frage
Gilt's mir oder gilt es dir?