Der gute Glaube
1770Schönes Leben! du liegst krank, und das Herz ist mir Müd vom Weinen und schon dämmert die Furcht in mir, Doch, doch kann ich nicht glauben, Daß du sterbest, solang du liebst.
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Interpretation
Das Gedicht "Der gute Glaube" von Friedrich Hölderlin beschreibt die tiefe emotionale Zerrissenheit des lyrischen Ichs angesichts einer schwer erkrankten geliebten Person. Die Anrede "Schönes Leben!" verleiht dem Gedicht einen intimen und zugleich verzweifelten Ton. Das lyrische Ich fühlt sich durch das Leid und die Trauer überwältigt, was sich in der Aussage "das Herz ist mir müd vom Weinen" ausdrückt. Die Angst vor dem Verlust, symbolisiert durch "die Furcht in mir", ist bereits spürbar, doch es besteht ein starker Glaube an die Kraft der Liebe, die das Leben erhalten kann. In der zweiten Strophe wird die Hoffnung des lyrischen Ichs deutlich, dass die Liebe selbst in der Krankheit und dem nahenden Tod bestehen bleibt. Die Wiederholung "Doch, doch" unterstreicht die innere Zerrissenheit und den verzweifelten Versuch, an das Überleben des Geliebten zu glauben. Die Zeile "Daß du sterbest, solang du liebst" deutet darauf hin, dass die Liebe als eine Art Lebenselixier betrachtet wird, das den Tod abwenden kann. Diese optimistische Haltung spiegelt Hölderlins romantische Überzeugung wider, dass die Liebe eine transzendente Kraft ist. Das Gedicht endet mit einer tiefen emotionalen Spannung zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Das lyrische Ich kann sich nicht vorstellen, dass die geliebte Person sterben könnte, solange sie liebt. Diese Überzeugung gibt dem lyrischen Ich die Kraft, weiterzuhoffen, auch wenn die Angst vor dem Verlust allgegenwärtig ist. Hölderlin vermittelt in diesem Gedicht eine universelle Botschaft über die unerschütterliche Kraft der Liebe und den Glauben an das Leben, selbst in den dunkelsten Stunden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Doch, doch kann ich nicht glauben
- Kontrast
- Doch, doch kann ich nicht glauben, / Daß du sterbest, solang du liebst
- Metapher
- das Herz ist mir / Müd vom Weinen
- Personifikation
- Schönes Leben! du liegst krank