Der größte Mensch...

Johann Wolfgang von Goethe

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Der größte Mensch bleibt stets ein Menschen-Kind, die größten Köpfe sind das nur, was andre sind; allein, das merkt, sie sind es umgekehrt; sie wollen nicht mit andern Erdentröpfen auf ihren Füßen geht, sie gehen auf ihren Köpfen, verachten, was ein jeder ehrt; und was gemeinen Sinn empört, das ehren unbefangne Weisen. Doch brachten sie′s nicht allzu weit, ihr non plus ultra jeder Zeit war: Gott zu lästern und den Dreck zu preisen

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Interpretation

Das Gedicht "Der größte Mensch..." von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der paradoxen Natur großer Geister und ihrer Beziehung zur Gesellschaft. Es stellt die These auf, dass selbst die größten Menschen im Grunde genommen nur Kinder sind, die sich durch ihre Andersartigkeit auszeichnen. Diese Andersartigkeit zeigt sich darin, dass sie die Welt auf den Kopf stellen, indem sie das verachten, was andere ehren, und das ehren, was gemeinen Sinn empört. Goethe beschreibt diese großen Köpfe als Menschen, die auf ihren Köpfen gehen, also anders denken und handeln als der Rest der Gesellschaft. Sie sind unbefangen in ihrer Weisheit und wählen oft unkonventionelle Wege. Das Gedicht deutet jedoch auch an, dass diese großen Geister nicht zu weit gehen, sondern sich in ihren Extremen selbst beschränken. Ihr "non plus ultra", also ihr höchster Punkt, besteht darin, Gott zu lästern und den Dreck zu preisen. Abschließend lässt sich sagen, dass Goethe in diesem Gedicht die Ambivalenz großer Geister und ihrer Rolle in der Gesellschaft thematisiert. Er zeigt, dass ihre Andersartigkeit sowohl bewundernswert als auch problematisch sein kann, da sie sich in ihren Extremen selbst begrenzen. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur von Weisheit, Gesellschaft und Individualität an.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Antithese
Und was gemeinen Sinn empört, das ehren unbefangne Weisen
Hyperbel
Der größte Mensch bleibt stets ein Menschen-Kind
Kontrast
Sie wollen nicht mit andern Erdentröpfen auf ihren Füßen geht, sie gehen auf ihren Köpfen
Metapher
Die größten Köpfe sind das nur, was andre sind; allein, das merkt, sie sind es umgekehrt
Personifikation
verachten, was ein jeder ehrt