Der Geweihte des Grales
1933Alle Tiere sind Gottes Geschöpfe - bringe ihnen der Liebe Gral und tilge von deiner entweihten Stirne der Menschheit blutiges Kainsmal.
Alle sind deine Brüder und Schwestern, mit dir in die Kette der Dinge gereiht. Erst wenn das letzte Geschöpf befreit ist, bist du, Befreier, selber befreit.
Über allem, was atmet, halte schirmend, Geweihter des Grales, deinen Schild. In allem, was atmet, bist du und dein Leben und Gottes Ebenbild.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Geweihte des Grales" von Manfred Kyber ist eine poetische Aufforderung zur Liebe und zum Mitgefühl gegenüber allen Geschöpfen. Es betont die Verbundenheit aller Lebewesen und die Verantwortung des Menschen, diese zu schützen und zu achten. Das Gedicht beginnt mit der Aussage, dass alle Tiere Gottes Geschöpfe sind und ihnen der "Liebes Gral" gebracht werden soll. Dies symbolisiert die Notwendigkeit, allen Lebewesen Liebe und Mitgefühl entgegenzubringen. Der Dichter fordert dazu auf, das "blutige Kainsmal" der Menschheit von der Stirn zu tilgen, was als Aufforderung zur Überwindung von Gewalt und Grausamkeit interpretiert werden kann. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Verbundenheit aller Geschöpfe betont. Es wird gesagt, dass alle unsere Brüder und Schwestern sind und mit uns in die "Kette der Dinge" gereiht sind. Dies deutet auf eine ganzheitliche Sichtweise hin, in der alle Lebewesen als Teil eines größeren Ganzen betrachtet werden. Der Dichter fordert den Leser auf, ein "Befreier" zu sein, der sich für die Befreiung aller Geschöpfe einsetzt. Erst wenn das letzte Geschöpf befreit ist, kann auch der Mensch selbst als befreit gelten. Der letzte Teil des Gedichts betont die Verantwortung des "Geweihten des Grales", über allem, was atmet, einen schützenden Schild zu halten. Dies kann als Aufforderung verstanden werden, sich für den Schutz und das Wohlergehen aller Lebewesen einzusetzen. Die abschließende Zeile, "In allem, was atmet, bist du und dein Leben und Gottes Ebenbild", verdeutlicht die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Tier und die Idee, dass in jedem Lebewesen ein Teil von Gott oder dem Göttlichen zu finden ist.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Metapher
- und Gottes Ebenbild
- Personifikation
- Über allem, was atmet, halte schirmend