Der Genuß

Gotthold Ephraim Lessing

1771

So bringst du mich um meine Liebe, Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich! Sie zu verlieren, - meine Liebe, - Sie zu verlieren, wünscht′ ich dich? Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder, Nimm sie zurück, die kurze Lust! Nimm sie, und gib der öden Brust, Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Der Genuß

Interpretation

Das Gedicht "Der Genuß" von Gotthold Ephraim Lessing handelt von der paradoxen Natur des Genusses und seiner Auswirkungen auf die Liebe. Der Sprecher beklagt sich darüber, dass der Genuß seine Liebe zerstört hat und er sie nun verloren hat. Er fragt sich, ob er den Genuß wirklich verlieren wollte, da er ihn doch so sehr begehrte. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich der Sprecher direkt an den Genuß und bittet ihn, seine Liebe zurückzunehmen. Er bezeichnet sie als "kurze Lust" und wünscht sich stattdessen eine "bessere Liebe" für seine "öde Brust". Der Sprecher scheint zu erkennen, dass der Genuß nur eine flüchtige Befriedigung bietet und nicht mit der Tiefe und Beständigkeit wahrer Liebe mithalten kann. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft über die Vergänglichkeit und Unzuverlässigkeit des Genusses im Vergleich zur Beständigkeit und Erfüllung wahrer Liebe. Es regt zum Nachdenken über die Prioritäten im Leben an und mahnt dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Schlüsselwörter

liebe nimm verlieren öden brust bringst unseliger genuß

Wortwolke

Wortwolke zu Der Genuß

Stilmittel

Anapher
Sie zu verlieren, - meine Liebe, - Sie zu verlieren, wünscht′ ich dich?
Interjektion
Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich!
Kontrast
Nimm sie, und gib der öden Brust, Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!
Metapher
Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder