Der Gefühlvolle

Ludwig Eichrodt

1869

Herbstzeitlose, letzte Rose, Nachtviole, stumm Gebet, Thränendrüse, Alphabet, Duftnarkose, Deinvergessen, Hauch, Mimose. Himmelsfrieden, Glockenschlag, Seele - Allerseelentag! - Wenn ich solche Worte singe, Braucht es da noch großer Dinge Dich zu preisen, Selbstverlag?

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Interpretation

Das Gedicht "Der Gefühlvolle" von Ludwig Eichrodt ist eine tiefgründige Reflexion über die Natur und die menschliche Seele. Es beginnt mit einer Reihe von Bildern, die die Vergänglichkeit und die Schönheit der Natur einfangen, wie die "Herbstzeitlose" und die "letzte Rose". Diese Bilder werden durch Begriffe wie "Nachtviole" und "Mimose" ergänzt, die die stille und sensible Natur der menschlichen Seele widerspiegeln. Im zweiten Teil des Gedichts führt Eichrodt religiöse und spirituelle Elemente ein, wie den "Himmelsfrieden" und den "Glockenschlag". Diese Symbole deuten auf die Suche nach innerem Frieden und die Verbindung zur göttlichen Sphäre hin. Der Verweis auf den "Allerseelentag" unterstreicht die Thematik des Gedenkens und der Reflexion über das Leben und den Tod. Im letzten Teil des Gedichts stellt der Autor die Frage, ob es noch "großer Dinge" bedarf, um das Selbst zu preisen. Diese rhetorische Frage deutet darauf hin, dass die einfachen, aber tiefgründigen Bilder und Symbole, die im Gedicht verwendet werden, ausreichen, um die Tiefe und Komplexität der menschlichen Erfahrung zu erfassen. Das Gedicht schließt mit dem Begriff "Selbstverlag", was darauf hindeuten könnte, dass der Autor die Verantwortung für seine eigenen Gedanken und Gefühle übernimmt und sie auf eine Weise ausdrückt, die authentisch und persönlich ist.

Schlüsselwörter

herbstzeitlose letzte rose nachtviole stumm gebet thränendrüse alphabet

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Stilmittel

Metapher
Seele - Allerseelentag!
Personifikation
Nachtviole, stumm Gebet
Rhetorische Frage
Braucht es da noch großer Dinge Dich zu preisen, Selbstverlag?