Der Gast
1927In meiner Kammer, wo die Sonne es sieht, Sitzt im weißen Kleide mein jüngstes Lied.
Sitzt da und lächelt: nun diene mir, bin deshalb kommen so schön zu dir.
Ich aber knie ganz stumm mich hin, mir ist, als ob ich im Himmel bin.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Gast" von Maria Janitschek beschreibt die Ankunft eines neuen Gedichts in der Kammer des lyrischen Ichs. Die Sonne, die in die Kammer scheint, beobachtet das junge Gedicht, das in weißem Kleid sitzt und lächelt. Es fordert das lyrische Ich auf, ihm zu dienen, da es gekommen ist, um ihm Schönheit zu bringen. Das lyrische Ich reagiert auf die Ankunft des Gedichts mit Demut und Ehrfurcht. Es kniet still nieder und fühlt sich, als ob es im Himmel wäre. Diese Reaktion deutet darauf hin, dass das Gedicht als etwas Göttliches oder Transzendentes wahrgenommen wird, das eine tiefe emotionale Wirkung auf das lyrische Ich hat. Das Gedicht kann als Metapher für den kreativen Prozess und die Inspiration verstanden werden. Das junge Gedicht, das in die Kammer kommt, symbolisiert die Entstehung eines neuen Gedichts oder einer neuen Idee. Die Bitte des Gedichts, dem lyrischen Ich zu dienen, kann als Aufforderung interpretiert werden, sich der kreativen Arbeit zu widmen und die Schönheit der Sprache und der Poesie zu nutzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- mir ist, als ob ich im Himmel bin
- Metapher
- mein jüngstes Lied
- Personifikation
- Sitzt im weißen Kleide mein jüngstes Lied