Der Gang von Wittow nach Jasmund

Wilhelm Müller

1810

Verdammte lange schmale Heide! Zu beiden Seiten brummt das Meer, Versteckt in einem Aschenkleide, Senkt sich der Himmel tief und schwer.

Im Wege liegen scharfe Steine Und schneiden in die Sohlen mir - Was Wunder, wenn ich seufz und weine, So oft ich scheiden muß von hier?

In Wittows weizengrünen Auen Wohnt meine liebe Mähderin: Ich muß auf Jasmund Kreide hauen, Dieweil ein Taugenichts ich bin.

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Illustration zu Der Gang von Wittow nach Jasmund

Interpretation

Das Gedicht "Der Gang von Wittow nach Jasmund" von Wilhelm Müller beschreibt eine triste und beschwerliche Reise durch eine öde Landschaft. Die lange, schmale Heide wird als "verdammte" bezeichnet, was die Abneigung und das Unbehagen des Sprechers gegenüber dieser Umgebung ausdrückt. Das Meer rauscht zu beiden Seiten, während sich der Himmel tief und schwer mit einem Aschenkleid verhüllt, was eine düstere und bedrückende Atmosphäre schafft. Die scharfen Steine im Weg verletzen die Sohlen des Sprechers, was die körperlichen Strapazen der Reise verdeutlicht. Die emotionale Belastung der Reise wird durch die Klagen und Tränen des Sprechers betont. Der wiederholte Abschied von der geliebten Mähderin in Wittow wird als besonders schmerzhaft empfunden. Die Sehnsucht nach der geliebten Person und die damit verbundene Traurigkeit werden durch die Frage "Was Wunder, wenn ich seufz und weine?" zum Ausdruck gebracht. Die Verbindung zwischen der physischen Beschwerlichkeit des Weges und der emotionalen Belastung wird deutlich. Die letzte Strophe offenbart den Grund für die beschwerliche Reise: Der Sprecher muss auf Jasmund Kreide hauen, da er sich als "Taugenichts" bezeichnet. Dies impliziert, dass er seine geliebte Mähderin in Wittows weizengrünen Auen verlassen muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Reise wird somit zu einem Symbol für die Opfer, die das Leben von uns verlangt, und die Trennung von den Liebsten, die oft damit einhergeht.

Schlüsselwörter

muß verdammte lange schmale heide beiden seiten brummt

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Stilmittel

Alliteration
scharfe Steine
Bildsprache
Senkt sich der Himmel tief und schwer
Hyperbel
Verdammte lange schmale Heide
Kontrast
In Wittows weizengrünen Auen / Wohnt meine liebe Mähderin: / Ich muß auf Jasmund Kreide hauen
Metapher
Versteckt in einem Aschenkleide
Personifikation
Zu beiden Seiten brummt das Meer