Der frühe Tag
1884Tag mit deinen kalten Blicken, Wie so frühe bist du da! Meinen Traum hast du vertrieben, Ach den lieben Traum, darin ich Liebchen sah.
Grämlich bleich wie eine Greisin Blickt in mein Gemach die Welt. Weib, du wirst mit öden Händen Nimmer spenden, Was der Traum mir lieb gesellt.
Schließe, Tag, dein kaltes Auge, Schleich ein Weilchen noch zurück! Träume, laßt mein Lieb, mein Leben Mich umschweben! Hab ich doch kein ander Glück.
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Interpretation
Das Gedicht "Der frühe Tag" von Bruno Wille handelt von der unerwünschten Störung eines Traums durch den Tag. Der Sprecher beschwert sich darüber, dass der Tag zu früh kommt und seinen Traum vertrieben hat, in dem er seine Geliebte sah. Der Traum wird als "lieber" und "lieb" beschrieben, was seine Bedeutung für den Sprecher unterstreicht. Der zweite Teil des Gedichts verwendet eine Metapher, um die Welt als eine alte Frau darzustellen, die "grämlich bleich" in das Zimmer des Sprechers blickt. Die Welt wird als unfähig dargestellt, das zu geben, was der Traum dem Sprecher "lieb gesellt" hat. Dies deutet darauf hin, dass die Realität nicht in der Lage ist, die Sehnsüchte und Wünsche zu erfüllen, die der Traum befriedigt hat. Im letzten Teil des Gedichts bittet der Sprecher den Tag, sein "kaltes Auge" zu schließen und für eine Weile zurückzukehren. Er möchte, dass die Träume ihn weiterhin umgeben und ihm Glück bringen, da er sonst kein anderes Glück hat. Dies zeigt die tiefe Sehnsucht des Sprechers nach dem Traum und seiner Geliebten sowie seine Unzufriedenheit mit der Realität.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schließe, Tag, dein kaltes Auge
- Anapher
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- Bildlichkeit
- Wie so frühe bist du da!
- Enjambement
- Tag mit deinen kalten Blicken, Wie so frühe bist du da!
- Hyperbel
- Hab ich doch kein ander Glück
- Kontrast
- Träume, laßt mein Lieb, mein Leben mich umschweben
- Metapher
- Grämlich bleich wie eine Greisin
- Personifikation
- Tag mit deinen kalten Blicken
- Symbolik
- kalte Blicken
- Wiederholung
- Tag mit deinen kalten Blicken