Der frohe Wandersmann

Joseph von Eichendorff

1823

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt; Dem will er seine Wunder weisen In Berg und Wald und Strom und Feld.

Die Trägen, die zu Hause liegen, Erquicket nicht das Morgenrot, Sie wissen nur von Kinderwiegen, Von Sorgen, Last und Not um Brot.

Die Bächlein von den Bergen springen, Die Lerchen schwirren hoch vor Lust, Was sollt ich nicht mit ihnen singen Aus voller Kehl und frischer Brust?

Den lieben Gott lass ich nur walten; Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld Und Erd und Himmel will erhalten, Hat auch mein Sach aufs best bestellt!

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Der frohe Wandersmann

Interpretation

Das Gedicht "Der frohe Wandersmann" von Joseph von Eichendorff ist ein Loblied auf die Natur und die Freiheit des Wanderers. Es vermittelt die Idee, dass diejenigen, die von Gott begünstigt sind, die Welt erkunden und ihre Wunder erleben sollen. Der Wanderer wird als glücklicher Mensch dargestellt, der die Schönheit der Berge, Wälder, Flüsse und Felder genießen kann. Der Kontrast zwischen dem aktiven Wanderer und den "Trägen", die zu Hause bleiben, wird deutlich. Während der Wanderer von der Natur und ihrer Schönheit begeistert ist, sind die Trägen von ihren alltäglichen Sorgen und Pflichten eingenommen. Sie verpassen die Pracht des Morgengrauens und die Freiheit, die die Welt zu bieten hat. Das Gedicht endet mit einer optimistischen Botschaft. Der Wanderer singt voller Freude mit den Bächen und Lerchen, die ebenfalls Teil der Natur sind. Er überlässt es Gott, sich um alles zu kümmern, einschließlich seiner eigenen Angelegenheiten. Der Wanderer vertraut darauf, dass Gott die Natur und seine eigenen Belange im Griff hat.

Schlüsselwörter

will gott wald feld bächlein lerchen rechte gunst

Wortwolke

Wortwolke zu Der frohe Wandersmann

Stilmittel

Alliteration
Berg und Wald und Strom und Feld
Anapher
Die Trägen, die zu Hause liegen
Enjambement
Die Bächlein von den Bergen springen, Die Lerchen schwirren hoch vor Lust
Hyperbel
Aus voller Kehl und frischer Brust
Metapher
Das Morgenrot
Parallelismus
Von Sorgen, Last und Not um Brot
Personifikation
Die Bächlein von den Bergen springen
Symbolik
Berg und Wald und Strom und Feld