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Der Freundin

Von

Wenn deine Hand in meiner ruht,
Mein Herz den Schlag des deinen fühlet,
Denk′ ich nicht mehr der dunkeln Fluth,
Die leis′ mein Leben unterwühlet.

Vergessen ist, was ich erfuhr,
Verfehltes Streben und Beginnen!
Der Zweifel und der Wunden Spur
Tilgt deines Auges Stral von hinnen.

Voll freud′gen Schwunges, kühn und mild,
Stark im Vollbringen, rein im Wollen,
Stehst du vor mir, ein leuchtend Bild
Deß was ich hätte werden sollen.

Mit tausendfält′ger Last beschwert,
Ward ich im Lauf zurückgehalten;
Gelobt sei Gott, der dir gewährt,
Dich frei und kräftig zu entfalten!

O alles Heil und alles Glück,
Das ich mir selber sah entwallen,
Es lächelt mir aus deinem Blick
Und mein ist′s, da dir′s zugefallen!

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Gedicht: Der Freundin von Betty Paoli

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Der Freundin“ von Betty Paoli ist eine liebevolle Hommage an eine Freundin, die der Sprecherin Trost, Hoffnung und Inspiration spendet. Es offenbart eine tiefe Dankbarkeit für die Gegenwart der Freundin, die eine Quelle der Freude und des inneren Friedens darstellt. Das lyrische Ich findet in der Nähe der Freundin Trost und vergisst dadurch die dunklen Zeiten und die Enttäuschungen, die ihr Leben geprägt haben.

Die ersten beiden Strophen beschreiben die transformative Kraft der Freundschaft. Der einfache Akt des Händchenhaltens genügt, um das Herz zu beruhigen und die belastenden Erinnerungen an vergangene Leiden zu tilgen. Die Freundin wird als Gegenpol zur Vergangenheit gesehen, als jemand, der Zweifel und Wunden heilt. Die Sprache ist gefühlvoll und vermittelt eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens, indem sie eine intime Nähe und ein tiefes Verständnis zwischen den beiden Frauen suggeriert.

Die dritte Strophe stellt die Freundin als ein Idealbild dar, als Verkörperung dessen, was die Sprecherin hätte werden können. Sie wird als „leuchtend Bild“ beschrieben, das von „freud’gen Schwunges, kühn und mild“ und „reinem Wollen“ geprägt ist. Dies deutet darauf hin, dass die Freundin all jene Eigenschaften verkörpert, die der Sprecherin im Leben verwehrt blieben oder durch äußere Umstände unterdrückt wurden. Die Freundin wird somit zur Projektionsfläche für unerfüllte Sehnsüchte und Träume.

Die letzte Strophe drückt eine tiefe Dankbarkeit und die Freude über das Glück der Freundin aus. Die Sprecherin scheint im Laufe ihres Lebens von Widrigkeiten gehindert worden zu sein, während die Freundin die Freiheit hatte, sich zu entfalten. Anstatt Neid zu empfinden, freut sich die Sprecherin über das Glück der Freundin und fühlt, dass es auch ihr gehört. Diese Haltung der uneigennützigen Freude unterstreicht die Tiefe der Freundschaft und das Verständnis, das sie verbindet. Das Gedicht feiert somit nicht nur die Freundschaft, sondern auch die Schönheit und Kraft, die in der Freude über das Glück eines anderen Menschen liegt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.