Der Freund

Joseph von Eichendorff

1857

Wer auf den Wogen schliefe, Ein sanft gewiegtes Kind, Kennt nicht des Lebens Tiefe, Vor süßem Träumen blind.

Doch wen die Stürme fassen Zu wildem Tanz und Fest, Wen hoch auf dunklen Straßen Die falsche Welt verläßt:

Der lernt sich wacker rühren, Durch Nacht und Klippen hin Lernt der das Steuer führen Mit sichrem, ernstem Sinn.

Der ist vom echten Kerne, Erprobt zu Lust und Pein, Der glaubt an Gott und Sterne, Der soll mein Schiffmann sein!

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Illustration zu Der Freund

Interpretation

Das Gedicht "Der Freund" von Joseph von Eichendorff thematisiert die Bedeutung eines wahren Freundes, der einem durch die Höhen und Tiefen des Lebens zur Seite steht. Der Dichter kontrastiert zwei Arten von Menschen: jene, die ein sorgloses Leben führen und die Herausforderungen des Lebens nicht kennen, und jene, die durch schwere Zeiten gegangen sind und daraus gelernt haben. Der erste Teil des Gedichts beschreibt diejenigen, die "auf den Wogen schliefen" und "nicht des Lebens Tiefe" kennen. Sie sind "vor süßem Träumen blind" und haben keine Erfahrung mit den Stürmen des Lebens. Im Gegensatz dazu stehen diejenigen, die "von den Stürmen gefasst" wurden und durch "Nacht und Klippen" gegangen sind. Diese Menschen haben gelernt, "sich wacker zu rühren" und das Steuer ihres Lebens mit "sicherem, ernstem Sinn" zu führen. Der Dichter betont, dass nur jemand, der durch Höhen und Tiefen gegangen ist und dabei an Gott und die Sterne glaubt, ein echter Freund sein kann. Dieser Mensch ist "vom echten Kerne" und "erprobt zu Lust und Pein". Er ist in der Lage, einem durch die Herausforderungen des Lebens zu helfen und ein zuverlässiger Begleiter zu sein. Der Dichter wünscht sich einen solchen Freund, der sein "Schiffmann" sein soll und ihn durch das Leben begleitet.

Schlüsselwörter

lernt wogen schliefe sanft gewiegtes kind kennt lebens

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Stilmittel

Metapher
Der soll mein Schiffmann sein
Personifikation
Doch wen die Stürme fassen
poem-card__title>Der Falke

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