Der Flötenbläser
1920Drum sollt ihr tanzen, bis ihr Hilfe! schreit, ihr sollt in unersättlicher Begier euch überfressen noch an mir und meiner Flöte wilden Traurigkeit,
die euch in aller Dinge Rätselstreit taumelnd mitreißt und eure Eselsohren schier verrückt und völlig trunken macht, bis ihr mich und mein Flötenlied ausspeit
und dasteht wie der Pöbel, dem der Rausch und Wein der Nacht verflog - ich nehm den Ruhm der Ewigkeit in Tausch,
wenn ich nur einmal eure Stumpfheit hoch gejagt und ihr euch zitternd eingesteht: er hat uns wie ein Sturmwind fortgeweht!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Flötenbläser" von Gustav Sack beschreibt die Macht der Musik und ihre Wirkung auf die Menschen. Der Flötenbläser zwingt sein Publikum zum Tanzen, bis sie vor Erschöpfung um Hilfe schreien. Er will, dass sie sich in einer unstillbaren Begierde an ihm und seiner Flöte berauschen, die sie in einen Zustand der Verwirrung und des Taumelns versetzt. Die Musik des Flötenbläsers wird als "wilde Traurigkeit" beschrieben, die die Zuhörer in einen Zustand der Verwirrung und des Rätselstreits versetzt. Sie werden von der Musik mitgerissen und in einen Zustand der Betrunkenheit versetzt, bis sie den Flötenbläser und sein Lied wieder ausspucken. Am Ende stehen sie wie ein Pöbel da, der seinen Rausch und den Wein der Nacht verloren hat. Der Flötenbläser ist bereit, den Ruhm der Ewigkeit aufzugeben, wenn er es schafft, die Stumpfheit seines Publikums einmal zu erregen und sie zittern zu lassen, während sie zugeben müssen, dass er sie wie ein Sturmwind fortgeweht hat. Das Gedicht zeigt die transformative Kraft der Musik und ihre Fähigkeit, Menschen in einen Zustand der Ekstase zu versetzen und ihre Wahrnehmung zu verändern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- bis ihr Hilfe! schreit
- Anapher
- ihr sollt in unersättlicher Begier
- Hyperbel
- in aller Dinge Rätselstreit
- Metapher
- er hat uns wie ein Sturmwind fortgeweht
- Personifikation
- mich und mein Flötenlied ausspeit
- Vergleich
- wie der Pöbel, dem der Rausch