Der fliegende Holländer
1871Schwarz ist die Nacht, weiß schäumt das Meer, Wie Berge wälzen sich Wogen, Es zucken die Blitze hin und her In flimmernd schimmernden Bogen.
„Zieht ein die Segel!" Die Segel zerreißt Der Sturm mit wilden Händen. “Kappt rasch den Mast!” Der Mast zerspleißt, Verderben an allen Enden!
Und wieder zucken die Blitze blau In flimmernd schimmernden Bogen, Und über die wilde Wasserau Kommt rasch ein Schiff gezogen.
Die Segel schwarz und schwarz der Mast, Und schwarz die Schiffsgesellen, Daß Grauen jedes Herz erfaßt, Und wilder toben die Wellen.
“Der fliegende Holländer!” schallt es; “weh! Nun sind wir all′ verloren, Uns schlingt hinab die stürmende See, Dem Tode sind wir erkoren!”
Und näher, näher geisterhaft Kommt her das Schiff geschwommen, Nicht treibt′s der Wind, der Wellen Kraft — Ganz nah′ schon ist′s gekommen.
Gesang erschallt, Gelächter hallt — Dann ist es rasch geschwunden! Das and′re Schiff doch hat gar bald Den Untergang gefunden.
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Interpretation
Das Gedicht "Der fliegende Holländer" von Franz Alfred Muth beschreibt eine stürmische Nacht auf hoher See, in der ein Schiff von einem mysteriösen, schwarzen Schiff, dem sogenannten "Fliegenden Holländer", heimgesucht wird. Die Nacht ist dunkel, das Meer schäumt weiß und die Wellen wälzen sich wie Berge. Blitze zucken in flimmernden Bögen über den Himmel. Das Gedicht beginnt mit einer Schilderung des stürmischen Wetters: "Schwarz ist die Nacht, weiß schäumt das Meer, / Wie Berge wälzen sich Wogen". Die Besatzung versucht vergeblich, das Schiff zu retten, indem sie die Segel einzieht und den Mast kappt, doch der Sturm zerstört alles. Plötzlich taucht ein weiteres Schiff auf, das sich rasch nähert. Es ist schwarz und von schwarzen Gestalten besetzt, was Entsetzen bei der Besatzung auslöst. Sie erkennen darin den "Fliegenden Holländer" und fürchten um ihr Leben. Das Gedicht endet mit dem Untergang des eigenen Schiffes, nachdem das geisterhafte Schiff in der Nähe war. Das eigene Schiff wird von den Wellen hinabgesogen und findet seinen Untergang. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre des Unheils und des Schreckens, die durch den Sturm und das Erscheinen des "Fliegenden Holländers" ausgelöst wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Und schwarz die Schiffsgesellen
- Beschleunigung
- Gesang erschallt, Gelächter hallt — Dann ist es rasch geschwunden!
- Hyperbel
- Uns schlingt hinab die stürmende See
- Kontrast
- Schwarz ist die Nacht, weiß schäumt das Meer
- Metapher
- Wie Berge wälzen sich Wogen