Der Fischer und der Schatz
1724Ein Fischer, der mit seinen Netzen Brod und Zufriedenheit gewann, That einen schweren Zug. Voll Mitleid und Entsetzen Traf er im Sack des Garns jetzt einen Todten an. Der soll, sprach er, von mir den letzten Dienst erhalten. Vielleicht, daß in der Todesnacht Dieß seinen Schatten ruhig macht. Wie der um′s Leben kam, so kann ich selbst erkalten. Aus Sorgfalt trägt er ihn an einen sichern Platz, Den nicht die hohe Flut erreichte. Da grub er tief, und schwitzt′, und keichte, Und fand, im Schaufeln, einen Schatz.
Der Schickung Hand ist stets bereit Der Tugend Werke zu vergelten. Sie sorgt, mit gleicher Wachsamkeit, Für jeden Menschen, wie für Welten.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Fischer und der Schatz" von Friedrich von Hagedorn handelt von einem Fischer, der beim Netzziehen einen Toten findet. Aus Mitleid und Entsetzen beschließt er, dem Toten einen letzten Dienst zu erweisen, indem er ihn an einen sicheren Ort bringt und dort begräbt. Der Fischer erkennt, dass er selbst eines Tages auch sterben wird, und handelt aus Sorge um den Toten. Während der Fischer den Toten begräbt, schwitzt und keucht er vor Anstrengung. Dabei stößt er auf einen Schatz. Dieses unerwartete Ereignis verdeutlicht die unvorhersehbare Natur des Lebens und die Möglichkeit, dass gute Taten belohnt werden können. Das Gedicht endet mit einer moralischen Aussage über das Schicksal und die Tugend. Es wird betont, dass das Schicksal stets bereit ist, die Werke der Tugend zu belohnen. Die Wachsamkeit des Schicksals erstreckt sich auf jeden Menschen, so wie auf die Welten selbst. Dies impliziert, dass das Schicksal gerecht ist und dass gute Taten letztendlich belohnt werden, auch wenn dies nicht sofort offensichtlich ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- [Brod und Zufriedenheit voll Mitleid und Entsetzen schwitzt′ und keichte]
- Hyperbel
- [Aus Sorgfalt trägt er ihn an einen sichern Platz]
- Metapher
- [Der Schickung Hand ist stets bereit]
- Parallelismus
- [Wie der um's Leben kam, so kann ich selbst erkalten]
- Personifikation
- [Der Schickung Hand So kann ich selbst erkalten]