Der Federkiel

Gustav Sack

1920

Gleich einem umgestülpten Glas, das von der Lerchen Liederschlag in endlosem Bibrieren tönt, hängt nun der Himmel jeden Tag über dem strotzend fetten Gras.

Doch mir ward diese blaue Welt feindlich zu einem Satyrspiel, das meiner Nöte lächelnd höhnt und mich gleich einem Federkiel in seinen losen Händen hält.

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Illustration zu Der Federkiel

Interpretation

Das Gedicht "Der Federkiel" von Gustav Sack vermittelt eine tief empfundene Entfremdung des lyrischen Ichs von der ihn umgebenden Welt. Die Natur, symbolisiert durch den "umgestülpten" Himmel und das "strotzend fette Gras", wird als überwältigend und bedrängend dargestellt. Die Verwendung des Vergleichs mit einem Glas, das vom Gesang der Lerchen erfüllt ist, suggeriert eine Art von Überfüllung und Erstickung, die dem lyrischen Ich Unbehagen bereitet. Die Welt wird als "feindlich" und als "Satyrspiel" beschrieben, was eine Atmosphäre von Spott und Verhöhnung schafft. Das Satyrspiel, ein antikes dramatisches Genre, das oft mit Leichtigkeit und Frivolität assoziiert wird, steht hier im Kontrast zu den "Nöten" des lyrischen Ichs. Dieser Kontrast unterstreicht das Gefühl der Isolation und des Missverständnisses, das das Ich gegenüber seiner Umwelt empfindet. Die Metapher des lyrischen Ichs als "Federkiel" in den "losen Händen" der Welt verdeutlicht die Machtlosigkeit und die fehlende Kontrolle über das eigene Schicksal. Die "losen Hände" lassen darauf schließen, dass die Kräfte, die das Ich manipulieren, unbeständig und unzuverlässig sind. Das Gedicht endet mit einem starken Bild der Hilflosigkeit und der Unterwerfung unter äußere Umstände, die das Ich nicht beeinflussen kann.

Schlüsselwörter

gleich umgestülpten glas lerchen liederschlag endlosem bibrieren tönt

Wortwolke

Wortwolke zu Der Federkiel

Stilmittel

Metapher
mich gleich einem Federkiel in seinen losen Händen hält
Personifikation
Doch mir ward diese blaue Welt feindlich zu einem Satyrspiel, das meiner Nöte lächelnd höhnt
Vergleich
Gleich einem umgestülpten Glas