Der Fahnenträger
1875Die Andern fühlen alles an sich rauh und ohne Anteil: Eisen, Zeug und Leder. Zwar manchmal schmeichelt eine weiche Feder, doch sehr allein und lieb-los ist ein jeder; er aber trägt - als trüg er eine Frau - die Fahne in dem feierlichen Kleide. Dicht hinter ihm geht ihre schwere Seide, die manchmal über seine Hände fließt.
Er kann allein, wenn er die Augen schließt, ein Lächeln sehn: er darf sie nicht verlassen. -
Und wenn es kommt in blitzenden Kürassen und nach ihr greift und ringt und will sie fassen:
dann darf er sie abreißen von dem Stocke als riß er sie aus ihrem Mädchentum, um sie zu halten unterm Waffenrocke. Und für die andern ist das Mut und Ruhm.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Fahnenträger" von Rainer Maria Rilke handelt von einem Soldaten, der eine Fahne trägt. Während die anderen Soldaten sich rau und ohne Anteil fühlen, trägt der Fahnenträger die Fahne wie eine Frau im feierlichen Kleid. Die Fahne ist ihm so wichtig, dass er sie nicht verlassen darf, selbst wenn es zu einem Kampf kommt. Der Fahnenträger hat eine besondere Beziehung zur Fahne, die er wie eine Frau behandelt. Er kann ein Lächeln sehen, wenn er die Augen schließt, und er darf sie nicht verlassen. Die Fahne ist ihm so wichtig, dass er sie sogar ausreißen würde, um sie zu halten, wenn es zu einem Kampf kommt. Für die anderen Soldaten ist der Mut und Ruhm des Fahnenträgers wichtig, aber für ihn ist die Fahne das Wichtigste. Er trägt sie wie eine Frau und behandelt sie mit Sorgfalt und Respekt. Das Gedicht zeigt die besondere Beziehung zwischen dem Fahnenträger und der Fahne und wie wichtig sie für ihn ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- und wenn es kommt in blitzenden Kürassen und nach ihr greift und ringt und will sie fassen
- Metapher
- er aber trägt - als trüg er eine Frau - die Fahne in dem feierlichen Kleide
- Personifikation
- Dicht hinter ihm geht ihre schwere Seide
- Symbolik
- die Fahne
- Vergleich
- Die Andern fühlen alles an sich rauh und ohne Anteil: Eisen, Zeug und Leder