Der Ehrentag Karl Friedrichs
1821I ha scho menge Sturm und Schnee i ha scho menge Früehlig gseh, und Chrieg und Elend überal im Rebland und im Wiesetal. An so ne Zit, wo alles singt und jung und alt in Freude springt, an so ne Tag, wie Gott ein schenkt, an so ne Freud het niemes denkt. O wär er do, o chönnt er’s seh, der liebi Fürst, Gott het en ge! Er isch so gnädig, isch so guet, ‘s wird Wohltat, was er denkt und tuet. »Du, Gott im Himmel, sei sein Lohn, und schirme seinen Fürstenthron.« Siehsch, Friederli, sel Engelsbild? Wie luegt’s ein a so lieb und mild! Es isch di Fürst, wo sorgt und wacht; er het is alli glücklich gmacht. Das lohnt em Gott, und uf si Hus gießt Gott si Huld und Segen us. O Chind, de bisch so jung und zart, und wenn di Lebe Gott bewahrt, und bisch emol dim Vater glich, so wohnt di Fürst im Himmelrich, und andere Zite chömme no. Doch blibt si Geist und Liebi do, und tröstet wieder treu und mild, und segnet in sim Ebebild.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Der Ehrentag Karl Friedrichs" von Johann Peter Hebel beschreibt die Feier eines besonderen Tages, der durch den Fürsten Karl Friedrich geprägt ist. Der Sprecher reflektiert über die Härten des Lebens, wie Sturm, Schnee, Krieg und Elend, die er erlebt hat. Doch an diesem Tag, an dem alles zu singen scheint und Freude herrscht, denkt niemand an solche Sorgen. Der Fürst, der als gnädig und gut beschrieben wird, wird vermisst, da er nicht anwesend sein kann. Seine Wohltaten werden hervorgehoben, und es wird ein Gebet für seinen Lohn und Schutz ausgesprochen. Im zweiten Teil des Gedichts wird ein Engelbild erwähnt, das den Fürsten darstellt. Dieses Bild wird als lieb und mild beschrieben. Der Fürst wird als jemand dargestellt, der sich sorgt und wacht, und der alle glücklich gemacht hat. Der Sprecher betont, dass Gott den Fürsten dafür belohnt und ihm seinen Segen schenkt. Es wird auch ein Kind angesprochen, das jung und zart ist. Der Sprecher hofft, dass das Kind, wenn es erwachsen ist und seinem Vater ähnlich wird, den Fürsten im Himmelreich wohnen sieht. Es wird darauf hingewiesen, dass andere Zeiten kommen werden, aber der Geist und die Liebe des Fürsten werden bleiben und weiterhin treu und mild trösten und segnen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Verehrung für den Fürsten Karl Friedrich und seine Wohltaten. Es betont die Freude und den Segen, den er den Menschen gebracht hat, und drückt die Hoffnung aus, dass sein Geist und seine Liebe auch in Zukunft weiterleben werden. Das Gedicht ist eine Hommage an den Fürsten und eine Erinnerung an seine Bedeutung für die Menschen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- im Rebland und im Wiesetal
- Anapher
- an so ne Zit, wo alles singt und jung und alt in Freude springt, an so ne Tag, wie Gott ein schenkt
- Apostrophe
- Du, Gott im Himmel, sei sein Lohn, und schirme seinen Fürstenthron.
- Hyperbel
- Es isch di Fürst, wo sorgt und wacht; er het is alli glücklich gmacht.
- Metapher
- O wär er do, o chönnt er’s seh, der liebi Fürst, Gott het en ge!
- Parallelismus
- und tröstet wieder treu und mild, und segnet in sim Ebebild.
- Personifikation
- Siehsch, Friederli, sel Engelsbild? Wie luegt’s ein a so lieb und mild!
- Symbolik
- O Chind, de bisch so jung und zart, und wenn di Lebe Gott bewahrt, und bisch emol dim Vater glich, so wohnt di Fürst im Himmelrich