Der Durlacher Thurm
unknownEs lacht die grüne Wiese, Es lockt der Sonnenstrahl; Vom Hügel schaut ein Riese Ins liebe grüne Thal.
Ein edler Heldenschatten Hat sich der Thurm gebaut, Und rings die hellen Matten Sich liebend angetraut.
Es stehn die alten Wächter Dort wo die Wolken ziehn, Und schauen die Geschlechter Erstehen und verblühn.
Die Monden ziehn vorüber, Vorüber manches Jahr, Sie denken immer trüber An das, was vormals war.
Doch steigt nach jener Mauer Ein zärtlich liebend Paar, O Heldenliebestrauer! Dann wirst du mild und klar.
Dann scheinen die Gestalten Der Liebenden erhellt Vom Wunderglanz der alten, Der ewig jungen Welt.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Durlacher Thurm" von Max von Schenkendorf thematisiert die zeitlose Schönheit und den Zauber eines alten Turms in der Natur. Der Turm wird als ein Ort der Liebe und Sehnsucht dargestellt, der die Herzen der Menschen berührt und sie mit der ewigen Welt verbindet. In den ersten beiden Strophen wird der Turm als ein majestätischer Riese beschrieben, der auf einem Hügel thront und einen weiten Blick über die grüne Landschaft hat. Er wurde von einem edlen Helden erbaut und ist von hellen Wiesen umgeben, die sich liebevoll an ihn schmiegen. Der Turm wird somit als ein Symbol für Stärke, Schönheit und Beständigkeit inmitten der vergänglichen Natur dargestellt. Die dritte und vierte Strophe lenken den Blick auf die Vergänglichkeit der Zeit und die Vergänglichkeit der Menschen. Die alten Wächter des Turms, möglicherweise die Jahreszeiten oder die Monden, schauen zu, wie die Geschlechter kommen und gehen, wie die Zeit vergeht und die Erinnerungen trüber werden. Doch trotz dieser Vergänglichkeit gibt es einen Hoffnungsschimmer: Wenn ein zärtliches, liebendes Paar nach der Mauer des Turms steigt, dann wird die Trauer um die verlorene Liebe mild und klar. In der letzten Strophe wird die transformative Kraft der Liebe betont. Wenn zwei Liebende den Turm erklimmen, werden sie von einem wundersamen Glanz erfüllt, der sie mit der alten, ewigen Welt verbindet. Der Turm wird somit zu einem Ort der Erneuerung und der Verbindung mit der zeitlosen Schönheit der Natur und der Liebe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Vom Wunderglanz der alten, Der ewig jungen Welt
- Personifikation
- Sie denken immer trüber An das, was vormals war