Der Dichter
1905Ist′s nicht im Grunde wesenloser Tand, was ich in Reimen aneinander füge? Ist′s nicht im Grunde eine bunte Lüge, was ich in müssig heitrem Spiel erfand?
Scheint dir mein Reimgebäude imposant? Merkst du denn nicht, wie keck ich dich betrüge, dieweil ich mich mit jedem Reim begnüge, den mir der Zufall grade legt zur Hand? –
Mit Gott und Weltall spiel ich kühne Spiele! Der Dichter wird Jongleur – er wirft im Nu der allerzartsten Gegenstände viele
hoch durch die Luft – es glückt ihm Coup auf Coup, denn Alles kehrt zurück zu ihm – dem Ziele … Gott ist die Welt – und Gott und ich sind du!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Dichter" von Otto Erich Hartleben handelt von der Rolle des Dichters und der Natur seiner Arbeit. Der Dichter stellt sich die Frage, ob seine Gedichte nur "wesenloser Tand" sind, eine "bunte Lüge", die er in "müssig heitrem Spiel" erfunden hat. Er fragt sich, ob sein "Reimgebäude" imposant wirkt, obwohl er sich mit jedem Reim begnügt, den er gerade zur Hand hat. Dies deutet darauf hin, dass der Dichter Zweifel an der Bedeutung und dem Wert seiner Arbeit hat. Das Gedicht beschreibt auch die spielerische Natur der Dichtkunst. Der Dichter vergleicht sich mit einem Jongleur, der "kühne Spiele" mit "Gott und Weltall" spielt. Er wirft "der allerzartsten Gegenstände viele" in die Luft und schafft es, sie alle zurückzubekommen. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Dichter in der Lage ist, komplexe und tiefgründige Themen in seinen Gedichten zu behandeln und sie geschickt zu verweben. Das Gedicht endet mit einer philosophischen Aussage: "Gott ist die Welt – und Gott und ich sind du!" Dies könnte bedeuten, dass der Dichter sich als Teil des Universums sieht und dass seine Gedichte eine Reflexion der Welt und der menschlichen Erfahrung sind. Es könnte auch darauf hindeuten, dass der Dichter glaubt, dass seine Gedichte eine tiefere Bedeutung haben und dass er in der Lage ist, universelle Wahrheiten in seinen Werken auszudrücken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Frage
- Ist′s nicht im Grunde wesenloser Tand, was ich in Reimen aneinander füge? Ist′s nicht im Grunde eine bunte Lüge, was ich in müssig heitrem Spiel erfand?
- Hyperbel
- Coup auf Coup
- Metapher
- Mit Gott und Weltall spiel ich kühne Spiele!
- Paradox
- Gott ist die Welt – und Gott und ich sind du!
- Vergleich
- Der Dichter wird Jongleur