Der cosmopolitische Nachtwächter

Adolf Glaßbrenner

unknown

Wächter! Wächter!! wird er hören? Ist er nicht mehr in den Gassen? Hat er uns mit seinem Horne Und dem scharfen Spieß verlassen?

Jetzt, wo noch die Diebe schleichen, Hätt’ er sich davon gemacht? Sah’ er schon den Tag der Freiheit Mitten in der trüben Nacht?

Wächter! Wächter!! Sicher schläft er, Wie’s die Wächter alle pflegen; Weil ich ihn so liebte, weck’ ich Den blasirten Freund, den trägen.

Feuer! Feuer! Wächter helfe! Stoße wieder in Dein Horn! Bläst du nicht, so wird man glauben, Daß Dir zwei gewachsen vorn!

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Illustration zu Der cosmopolitische Nachtwächter

Interpretation

Das Gedicht "Der cosmopolitische Nachtwächter" von Adolf Glaßbrenner schildert die verzweifelte Suche nach einem Nachtwächter, der seiner Pflicht nicht nachkommt. Der Sprecher fragt sich, ob der Nachtwächter noch in den Gassen ist oder ob er mit seinem Horn und seinem scharfen Spieß sie verlassen hat. Die Sorge um die Sicherheit in der Nacht, wo noch Diebe schleichen, wird deutlich. Der Sprecher fragt sich, ob der Nachtwächter den Tag der Freiheit schon in der trüben Nacht gesehen hat und deshalb nicht mehr seiner Aufgabe nachkommt. Der Sprecher äußert seine Verärgerung über den trägen Nachtwächter, der sicher schläft, wie es alle Wächter pflegen. Obwohl der Sprecher den Nachtwächter liebt, weckt er ihn, um ihn auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Die Dringlichkeit der Situation wird durch den Ausruf "Feuer! Feuer!" verdeutlicht. Der Sprecher fordert den Nachtwächter auf, wieder in sein Horn zu stoßen, um Hilfe zu signalisieren. Wenn der Nachtwächter nicht handelt, wird man glauben, dass er den Herausforderungen nicht gewachsen ist.

Schlüsselwörter

wächter feuer hören mehr gassen horne scharfen spieß

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Stilmittel

Anapher
Wächter! Wächter!! wird er hören? / Ist er nicht mehr in den Gassen? / Hat er uns mit seinem Horne / Und dem scharfen Spieß verlassen?
Hyperbel
Feuer! Feuer! Wächter helfe! / Stoße wieder in Dein Horn! / Bläst du nicht, so wird man glauben, / Daß Dir zwei gewachsen vorn!
Ironie
Wächter! Wächter!! Sicher schläft er, / Wie's die Wächter alle pflegen; / Weil ich ihn so liebte, weck' ich / Den blasirten Freund, den trägen.
Metapher
Sah' er schon den Tag der Freiheit / Mitten in der trüben Nacht?
Personifikation
Jetzt, wo noch die Diebe schleichen