Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.
,

Der Contrabandiste

Von

Ich bin der Contrabandiste,
Weiß wohl Respekt mir zu schaffen.
Allen zu trotzen, ich weiß es,
Furcht nur, die hab′ ich vor keinem.
Drum nur lustig, nur lustig!

Wer kauft Seide, Tabak!
Ja wahrlich, mein Rößlein ist müde,
Ich eil′, ja eile,
Sonst faßt mich noch gar die Runde,
Los geht der Spektakel dann.
Lauf nur zu, mein lustiges Pferdchen,
Ach, mein liebes, gutes Pferdchen,
Weißt ja davon, mich zu tragen!

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Der Contrabandiste von Emanuel Geibel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Der Contrabandiste“ von Emanuel Geibel zeichnet ein lebendiges Bild eines Schmugglers und seines aufregenden Lebens. Es versetzt den Leser mitten in die Welt des illegalen Handels, wo Mut, Risikobereitschaft und ein gewisser Trotz an der Tagesordnung sind. Der Text ist geprägt von einer direkten Ansprache und einem dynamischen Rhythmus, der die Hektik und den Nervenkitzel der Situation widerspiegelt.

Die erste Strophe etabliert sofort die zentrale Figur: den Contrabandisten, der Respekt fordert und vor nichts Furcht hat. Dies etabliert den Ton des Gedichts als eine Hymne auf die Freiheit und den Ungehorsam. Die Wiederholung von „nur lustig, nur lustig!“ unterstreicht die Unbeschwertheit und das Vergnügen, das der Schmuggler trotz der Gefahr empfindet. Die Frage nach „Seide, Tabak!“ deutet auf die Waren hin, die der Schmuggler verkauft und die den Anlass für seine illegalen Aktivitäten bilden.

Im zweiten Teil des Gedichts beschreibt der Schmuggler die unmittelbare Gefahr, von der Polizei erwischt zu werden. „Sonst faßt mich noch gar die Runde“ deutet auf die bevorstehende Verfolgung hin. Die Verwendung von Ausrufen wie „Ich eil’, ja eile“ und die Anrede an sein Pferd, wie „Lauf nur zu, mein lustiges Pferdchen“, erzeugen eine Atmosphäre der Dringlichkeit. Das Pferd wird hier zum Partner und Helfer, der die Flucht ermöglicht. Die liebevolle Ansprache des Pferdes, „Ach, mein liebes, gutes Pferdchen“, zeigt eine emotionale Bindung und das Vertrauen, das der Schmuggler in sein Tier setzt.

Das Gedicht ist kurz, aber wirkungsvoll. Geibel verwendet einfache, volkstümliche Sprache und einen lebendigen Rhythmus, der die Hektik und den Nervenkitzel des Schmugglerlebens einfängt. Die Wiederholungen und die direkten Anreden verstärken die Intensität und machen das Gedicht zu einem mitreißenden Porträt eines Mannes, der sich den Regeln widersetzt und sein Leben in vollen Zügen genießt. Der Contrabandiste ist mehr als nur ein Schmuggler; er ist ein Symbol für Freiheit, Unabhängigkeit und die Sehnsucht nach einem abenteuerlichen Leben.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.