Der Burggeist
1837Baden 1814.
Hoch auf dem Felsen, auf dem Thurm Da steht ein alter Geist; Er weht mich an, das ist ein Sturm, Der mich von dannen reißt.
Das ist aus alter kühner Zeit Ein stolzes Riesenbild, Es hat die Waffen mir gefeit, Hat mich mit Muth erfüllt.
Es ist der Wächter, ist der Hort Von diesem edlen Haus; Ich gab ihm Handschlag, Ritterwort, Zu ziehn ins Feld hinaus.
Die Bäume streben himmelan, Nach oben führt ein Pfad, Sein Haupt hebt jeder deutsche Mann, Weil die Erlösung naht.
Viel hohe Zeichen sind geschehn, Viel Zeichen folgen nach, Das kann kein wilder Sturm verwehn, Was Gott der Herr versprach.
Der kann der Zeichen viele sehn, Wer sie im Glauben sucht; Wir wollen aus dem Kampf nicht gehn, Bis hier kein Welscher flucht.
Und wie sich durch der Erde Mark Die Felsenadern ziehn, So schwören wir als Männer stark Die Völker zu durchglühn.
Das war es, was der alte Geist, Der deutsche Geist gewollt, Der dem, was welsch und knechtisch heißt, Wol ewig flucht und grollt.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Burggeist" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches Werk, das die Stimmung der Befreiungskriege gegen Napoleon widerspiegelt. Der Burggeist, der auf einem Turm thront, symbolisiert den deutschen Nationalgeist und den Mut der deutschen Krieger. Er weht den Sprecher an und reißt ihn mit, was die ansteckende Begeisterung und den gemeinsamen Kampfgeist der Deutschen darstellt. Der Geist ist ein Beschützer und Hüter des edlen Hauses, was auf die deutsche Nation und ihre Werte anspielt. Der Sprecher schwört, im Kampf auszuhalten, bis keine Fremden mehr im Land sind, was den starken Wunsch nach nationaler Unabhängigkeit und Einheit ausdrückt. Die Erwähnung der "Welschen" bezieht sich auf die französischen Besatzer. Die Metapher der Felsenadern, die durch die Erde ziehen, symbolisiert die tiefe Verbundenheit und den unerschütterlichen Willen der Deutschen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren. Das Gedicht endet mit der Betonung des deutschen Geistes, der ewig gegen alles Fremde und Knechtische flucht und grollt. Dies unterstreicht die Idee der kulturellen und politischen Eigenständigkeit Deutschlands. Der Burggeist als Verkörperung des deutschen Nationalgeistes ist der treibende Faktor hinter dem Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit, und seine Anwesenheit verleiht den deutschen Kriegern Mut und Entschlossenheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- So schwören wir als Männer stark Die Völker zu durchglühn
- Personifikation
- Der dem, was welsch und knechtisch heißt, Wol ewig flucht und grollt