Der Blick
1841Schaust Du mich aus Deinen Augen lächelnd wie aus Himmeln an, fühl′ ich wohl, daß keine Lippe solche Sprache führen kann.
Könnte sie′s auch wörtlich sagen was dem Herzen tief entquillt, still den Augen aufgetragen wird es süßer nur erfüllt.
Und ich seh′ des Himmels Quelle, die mir lang verschlossen war, wie sie bricht in reinster Helle aus dem reinsten Augenpaar.
Und ich öffne still im Herzen alles, alles diesem Blick. Und den Abgrund meiner Schmerzen füllt er strömend aus mit Glück.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Blick" von Joseph von Eichendorff handelt von der tiefen und unaussprechlichen Verbindung zwischen zwei Menschen, die durch einen einzigen Blick ausgedrückt wird. Der Sprecher fühlt, dass die Augen des Geliebten eine Sprache sprechen, die keine Worte erreichen können. Die Augen werden als Quelle des Himmels beschrieben, die dem Sprecher lange verschlossen war, aber nun in reinster Helle aus dem reinsten Augenpaar bricht. Dieser Blick öffnet das Herz des Sprechers und füllt den Abgrund seiner Schmerzen mit strömendem Glück. Das Gedicht betont die Kraft und Intimität eines Blickes, der mehr ausdrücken kann als Worte und eine tiefe emotionale Verbindung zwischen zwei Menschen herstellt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- still den Augen aufgetragen
- Hyperbel
- füllt er strömend aus mit Glück
- Metapher
- Schaust Du mich aus Deinen Augen lächelnd wie aus Himmeln an
- Personifikation
- was dem Herzen tief entquillt
- Symbolik
- des Himmels Quelle
- Vergleich
- lächelnd wie aus Himmeln an