Der Bewunderer des Shakespeare

Heinrich von Kleist

1811

Narr, du prahlst, ich befriedge dich nicht! Am Mindervoll-kommnen Sich erfreuen, zeigt Geist, nicht am Vortrefflichen, an!

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Interpretation

Das Gedicht "Der Bewunderer des Shakespeare" von Heinrich von Kleist ist ein kurzes, aber tiefgründiges Werk, das die Natur der Bewunderung und des künstlerischen Urteils thematisiert. In nur zwei Zeilen kritisiert Kleist die Haltung derer, die sich an weniger vollkommenen Werken erfreuen, anstatt die vortrefflichsten zu würdigen. Dies spiegelt eine elitäre Sichtweise auf Kunst und Kultur wider, die Qualität über Quantität stellt. Die erste Zeile, "Narr, du prahlst, ich befriedge dich nicht!", ist eine direkte Ansprache an jemanden, der sich möglicherweise über seine Vorlieben für weniger anspruchsvolle Werke brüstet. Kleist weist diese Haltung zurück und signalisiert, dass er sich nicht mit oberflächlichen oder minderwertigen Kunstwerken zufriedengeben wird. Dies zeigt eine gewisse Arroganz und Überzeugung von der eigenen Überlegenheit in künstlerischen Dingen. Die zweite Zeile, "Am Mindervoll-kommnen Sich erfreuen, zeigt Geist, nicht am Vortrefflichen, an!", fasst die Kernbotschaft des Gedichts zusammen. Kleist argumentiert, dass die Freude an weniger vollkommenen Werken ein Zeichen von Geist und Verständnis ist, nicht die Bewunderung der vortrefflichsten Werke. Dies könnte als eine Kritik an der Oberflächlichkeit der Gesellschaft verstanden werden, die oft die populärsten oder zugänglichsten Werke bevorzugt, anstatt sich mit anspruchsvolleren oder weniger bekannten Kunstformen auseinanderzusetzen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Narr, du prahlst, ich befriedige dich nicht!
Kontrast
Am Mindervoll-kommnen Sich erfreuen, zeigt Geist, nicht am Vortrefflichen, an!