Der Becher

August Kopisch

1799

Auf dem Becher aus klarem Golde Bilde einen kleinen Knaben, Wie er eine volle Traube, Mit den Händchen drückend, aussaugt, Schwelgend in dem süßen Moste. Und daneben steh ein Jüngling, Der ein Mädchen hält und küsset. Neben einem vollen Schlauche Sitz ein Alter dann am Boden: Abgewendet füll er eifrig Sich zu neuem Trunk den Becher!

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Illustration zu Der Becher

Interpretation

Das Gedicht "Der Becher" von August Kopisch beschreibt auf eindrucksvolle Weise den Lebenszyklus eines Menschen. Der Dichter nutzt hierbei die Metapher des Trinkens, um die verschiedenen Lebensphasen zu symbolisieren. Die goldene Farbe des Bechers könnte dabei als Symbol für die Kostbarkeit des Lebens stehen. Der erste Vers stellt den kleinen Knaben dar, der mit den Händchen eine volle Traube auspresst und den süßen Most genüsslich aussaugt. Dies könnte als Symbol für die Kindheit stehen, in der die Welt noch voller Wunder und Genüsse ist. Der zweite Vers zeigt einen Jüngling, der ein Mädchen hält und küsst, was als Symbol für die Jugend und die ersten Erfahrungen mit Liebe und Sexualität stehen könnte. Der volle Schlauch neben ihnen könnte als Symbol für die Leidenschaft und das Verlangen dieser Lebensphase dienen. Der letzte Vers zeigt einen alten Mann, der am Boden sitzt und eifrig seinen Becher mit neuem Trunk füllt. Dies könnte als Symbol für das Alter stehen, in dem der Mensch oft auf seine Vergangenheit zurückblickt und versucht, die verbleibende Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Insgesamt zeigt das Gedicht auf eindrucksvolle Weise, wie der Lebenszyklus eines Menschen abläuft und wie sich die verschiedenen Lebensphasen in ihrem Wesen und ihrer Bedeutung unterscheiden. Die Metapher des Trinkens dient dabei als roter Faden, der die verschiedenen Phasen miteinander verbindet und den Leser auf eine emotionale Reise durch das Leben mitnimmt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Der Becher

Stilmittel

Bildsprache
Auf dem Becher aus klarem Golde
Kontrast
Neben einem vollen Schlauche Sitz ein Alter dann am Boden
Metapher
aus klarem Golde
Parallelismus
Bilde einen kleinen Knaben, Wie er eine volle Traube, Mit den Händchen drückend, aussaugt
Personifikation
Schwelgend in dem süßen Moste
Symbolik
volle Traube, süßen Moste, vollen Schlauch