Der Beamte

Theodor Storm

1817

Er reibt sich die Hände: »Wir kriegen′s jetzt! Auch der frechste Bursche spüret Schon bis hinab in die Fingerspitz′, Daß von oben er wird regieret.

Bei jeder Geburt ist künftig sofort Der Antrag zu formulieren, Daß die hohe Behörde dem lieben Kind Gestatte zu existieren!«

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Interpretation

Das Gedicht "Der Beamte" von Theodor Storm handelt von einem Beamten, der sich über eine neue bürokratische Regelung freut. Der Beamte reibt sich die Hände, was seine Zufriedenheit und Vorfreude ausdrückt. Er ist der Meinung, dass nun jeder, auch der frechste Bursche, spüren wird, dass er von oben regiert wird. Dies deutet darauf hin, dass der Beamte eine hierarchische und kontrollierende Denkweise hat. In der zweiten Strophe geht es um eine neue Vorschrift, die bei jeder Geburt einen Antrag bei der hohen Behörde erfordert, damit das Kind existieren darf. Dies verdeutlicht die übermäßige Bürokratisierung und den Eingriff des Staates in das Privatleben der Bürger. Der Beamte scheint diese Regelung zu begrüßen, da sie seine Macht und Bedeutung erhöht. Das Gedicht kritisiert die Bürokratie und den übermäßigen Einfluss von Behörden auf das Leben der Menschen. Es zeigt, wie ein Beamter seine Machtposition ausnutzt und sich über neue Vorschriften freut, die die Kontrolle und Reglementierung des Alltagslebens verstärken. Storm verwendet dabei eine ironische und sarkastische Sprache, um die Absurdität der Situation hervorzuheben.

Schlüsselwörter

reibt hände kriegen frechste bursche spüret hinab fingerspitz

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Stilmittel

Alliteration
Die Zeile 'Daß von oben er wird regieret.' verwendet Alliteration mit dem wiederholten 'r' in 'regieret' und 'er wird'.