Der Baum in der Wüste
1829Es steht ein Baum im Wüstensand, Der einzige, der dort gedieh; Die Sonne hat ihn fast verbrannt, Der Regen tränkt den durst′gen nie.
In seiner falben Krone hängt Gewürzig eine Frucht voll Saft, Er hat sein Mark hineingedrängt, Sein Leben, seine höchste Kraft.
Die Stunde, wo sie, überschwer, Zu Boden fallen muß, ist nah, Es zieht kein Wanderer daher, Und für ihn selbst ist sie nicht da.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Baum in der Wüste" von Friedrich Hebbel beschreibt einen Baum, der trotz der unwirtlichen Bedingungen der Wüste wächst und eine einzige Frucht hervorbringt. Der Baum steht allein in der Einöde, der Sonne ausgesetzt und ohne Regen. Dennoch hat er eine Frucht hervorgebracht, in die er all seine Kraft und sein Leben gesteckt hat. Die Frucht hängt schwer an der welken Krone des Baumes und wird bald zu Boden fallen. Doch es gibt niemanden, der sie pflücken und genießen könnte. Auch für den Baum selbst ist die Frucht nicht von Nutzen. Das Gedicht deutet an, dass der Baum sein ganzes Dasein der Frucht gewidmet hat, obwohl diese am Ende nutzlos und ungenossen bleibt. Das Gedicht kann als Metapher für menschliche Existenz und den Sinn des Lebens interpretiert werden. Der Baum symbolisiert einen Menschen, der trotz aller Widrigkeiten und Einsamkeit sein Bestes gibt und sein ganzes Sein in ein Ziel oder einen Traum investiert. Doch am Ende bleibt die Frage, ob sich dieser Einsatz gelohnt hat, wenn die Früchte der Arbeit von niemandem wahrgenommen oder geschätzt werden. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und regt zum Nachdenken über den Sinn des Lebens und die Vergänglichkeit aller Mühen an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- In seiner falben Krone hängt Gewürzig eine Frucht voll Saft
- Hyperbel
- Die Sonne hat ihn fast verbrannt
- Ironie
- Es zieht kein Wanderer daher, Und für ihn selbst ist sie nicht da
- Metapher
- Er hat sein Mark hineingedrängt, Sein Leben, seine höchste Kraft
- Personifikation
- Sein Leben, seine höchste Kraft
- Vorahnung
- Die Stunde, wo sie, überschwer, Zu Boden fallen muß, ist nah